Entwicklung und Stellungnahme zu Anklage

K+S erreicht Prognosen knapp - Steiner: Keine strafbaren Handlungen

Kassel. Der Kasseler K+S-Konzern hat im vergangenen Jahr die jüngsten Prognosen knapp erreicht. Heute Morgen werden die aktuellen Zahlen vorgelegt. Außerdem wird auf Antworten gehofft, was die Anklage gegen K+S angeht. Hier berichten wir aktuell.

Unser HNA-Redakteur José Pinto ist in Frankfurt und wird von dort auf www.kassel-live.de und hier in diesem Artikel über die Entwicklungen bei K+S berichten. Um 10 Uhr legen Vorstandschef Norbert Steiner und Finanzvorstand Dr. Burkhard Lohr in Frankfurt den Geschäftsbericht 2015 vor.

11.15 Uhr - Aktie verliert sechs Prozent: Die K+S-Aktie hat in einem relativ stabilen Marktumfeld in den ersten zwei Handelsstunden sechs Prozent verloren.

11.11 Uhr - Steiner denkt an Ruhestand: K+S-Chef Norbert Steiner erklärt, dass er davon ausgeht, im Mai 2017 in den Ruhestand zu wechseln. Zu jenem Zeitpunkt läuft sein Vertrag aus.

11.06 Uhr - Steiner erwartet deutlichen Ergebnisbeitrag durch kanadische Mine: K+S-Chef Norbert Steiner erwartet einen deutlichen Ergebnisbeitrag durch das in Bau befindliche kanadische Bergwerk Legacy ab 2017/18. Konkrete Zahlen nannte er nicht.

10.48 Uhr - Steiner hat keine Hinweise auf Übernahmepläne: K+S-Chef Norbert Steiner hat nach dem gescheiterten Übernahmeversuch durch den kanadischen Rivalen Potash nach eigenen Angaben keine Hinweise auf weitere Attacken.

10.44 Uhr - Steiner rechnet mit Versenkgenehmigung: K+S-Chef Norbert Steiner rechnet mit einer endgültigen Versenkgenehmigung bis zum Jahresende. Sollte sie wider Erwarten nicht erteilt werden, werde es zu Produktionsdrosselungen kommen.

10.41 Uhr - K+S-Aktie verliert 4,6 Prozent: Die K+S-Aktie verliert bis 10.40 Uhr 4,6 Prozent auf gut 21 Euro. Schuld ist der verhaltene Ausblick auf 2016 während der Bilanzpressekonferenz.

10.35 Uhr - Kali-Preise bleiben niedrig: Der K+S-Finanzvorstand erwartet weiter niedrige Kali-Preise und schließt Produktionsdrosselungen in Hattdorf infolge einer eingeschränkten Versenkerlaubnis für Salzabwasser aus. Daraus folge ein niedrigerer Ertrag. Mittelfristig seien die Perspektiven des Unternehmens hervorragend.

10.28 Uhr - Steiner sieht bei Versenkung keine Anhaltspunkte für strafbare Handlungen: K+S-Chef Steiner betont erneut, dass man von der Rechtmäßigkeit der der Genehmigung zur Versenkung von Abwasser in der Gerstunger Mulde von 1999 bis 2007 überzeugt sei und keine Notwendigkeit sehe, Rückstellungen für mögliche Strafzahlungen zu bilden. Wie berichtet, hat die Staatsanwaltschaft Meiningen Anklage erhoben und eine Zahlung von 325 Millionen Euro gefordert. Anhaltspunkte für eine strafbare Handlung habe man nicht.

10.17 Uhr - Legacy-Projekt in Kanada liegt im Plan: K+S-Chef Steiner sagt, dass man mit dem Legacy-Projekt in Kanada im Zeit- und Kostenplan liege. Dort errichtet das Unternehmen derzeit ein Kali-Bergwerk auf der grünen Wiese, das im Spätsommer in Betrieb gehen soll. Investitionsumfang: Gut drei Milliarden Euro. Steiner betont, dass die deutschen Standorte dadurch nicht an Bedeutung einbüßten. Der Grund: Die besondere mineralogische Zusammensetzung in den heimischen Lagerstätten sei ein „Pfund“.

10.09 Uhr - 400 Millionen für Umwelschutz: K+S-Chef Steiner sagt, dass das Aufkommen von salzhaltigem Abwasser bei der Kaliproduktion von 1997 bis heute von 20 auf sieben Million Kubikmeter jährlich zurückgegangen sei und ab Ende 2017 nochmals um 30 Prozent auf dann knapp fünf Mio. Kubikmeter sinken werde. K+S habe in den vergangenen Jahren 400 Mio. Euro in den Umweltschutz investiert.

8.46 Uhr - Aktie tritt auf der Stelle: Die K+S-Aktie notierte am Mittwoch bei gut 22 Euro und somit kaum höher als Anfang Januar 2015. Immerhin hat sie sich in den vergangenen vier Wochen kräftig erholt. Das Jahrestief liegt bislang bei 17,58 Euro.

8.43 Uhr: Der Geschäftsbereich Kali bleibt Hauptgewinnbringer des K+S-Konzerns. Vor Steuern verdiente das Unternehmen in dieser Sparte 546 Millionen Euro. Im Geschäftsbereich Salz war es mit 266 Mio. Euro knapp die Hälfte, aber 54 Prozent mehr als 2014.

7.57 Uhr: Zu der Anklage der Staatsanwaltschaft Meiningen wegen der möglicherweise unerlaubten Versenkung von Salzabwässern in der Gerstunger Mulde nimmt K+S in der heute Morgen veröffentlichten Pressemitteilung keine Stellung. Möglicherweise wird sich Vorstandschef Norbert Steiner in der Bilanzpressekonferenz ab 10 Uhr dazu äußern.

7.50 Uhr: Der Kasseler K+S-Konzern hat im vergangenen Jahr den Umsatz um neun Prozent auf 4,2 Milliarden Euro und das Ergebnis vor Steuern um 22 Prozent auf 782 Millionen Euro gesteigert und somit die jüngsten Prognosen erreicht - wenn auch am unteren Ende.

Das teilte der Konzern am Donnerstagmorgen mit. Unterm Strich bleibt ein Reingewinn von 542 Millionen Euro, ein Plus von 46 Prozent. Die Dividende soll von 90 Cent auf 1,15 Euro je Aktie steigen. Zum Vergleich: 2014 setzte K+S 3,8 Mrd. Euro um und erzielte ein Ebit von 641,3 Mio. Euro. Unterdessen hat die Aktie in den letzten vier Wochen um gut ein Viertel auf 22,07 Euro zugelegt. Das schützt das Unternehmen aber nicht vor dem Abstieg in den MDax zum 21. März.

Für das laufende Jahr prognostiziert der Konzern einen etwas geringeren Umsatz und ein Ergebnis "deutlich unter dem des Vorjahres". Grund sind fallende Kalipreise infolge von Überkapazitäten und schwächelnde Märkte in Schwellenländern sowie mögliche Produktionseinschränkungen infolge eingeschränkter Genehmigungen zur Versenkung von Salzabwässern am Standort Hattorf.

7.45 Uhr: K+S hat 2015 etwa 1,3 Milliarden Euro investiert, elf Prozent mehr als 2014. Das Geld floss vor allem in die neue Grube Legacy in Kanada, die im Spätsommer den Betrieb aufnehmen wird.

7.43 Uhr: Das 2014 aufgelegte Sparprogramm „Fit für die Zukunft“ zeigt Wirkung. Von den angepeilten 500 Millionen Euro sind mehr als zwei Drittel bereits erreicht.

Die Bilanzvorlage des Kasseler Kali- und Salzproduzenten K+S in Frankfurt wird mit Spannung erwartet. Aber: Journalisten und Analysten erhoffen sich auch Antworten des Vorstands auf Fragen rund um die Anklage der Staatsanwaltschaft Meiningen gegen 14 führende Mitarbeiter, darunter Vorstandschef Norbert Steiner, wegen der möglicherweise unerlaubten Entsorgung von Salzabwässern in der Gerstunger Mulde in den Jahren 1999 bis 2007. 

Außerdem erwartet die Öffentlichkeit eine Erklärung, wie das Unternehmen künftig mit den Salzbwässern umgehen will. Denn die Versenkung ist ein Auslaufmodell, und die Planung zum Bau der Oberweser-Pipeline als integraler Bestandteil des mit dem Land Hessen vereinbarten Vier-Stufen-Plans ist ausgesetzt.

Rubriklistenbild: © dpa

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