Umwelt-Ermittlungen in Thüringen: Abschöpfung von Gewinnen

Anklage will angeblich 325 Millionen Euro von K+S

Kassel. Im Gefolge der Anklage gegen hochrangige K+S-Manager wegen unerlaubter Abfallbeseitigung in Thüringen soll der Kasseler Kali-Produzent angeblich 325 Millionen Euro zahlen.

Das meldete am Mittwoch die Wirtschaftswoche. So viel fordere die Staatsanwaltschaft Meiningen, um K+S-Gewinne abzuschöpfen, die die Anklage für illegal hält.

Knapp acht Jahre wurde ermittelt. Im Zentrum der Vorwürfe steht die Versenkung von Salzabwässern zwischen 1999 und 2007 nahe der Thüringer Gemeinde Gerstungen. 9,5 Mio. Kubikmeter Kalilauge aus dem K+S-Standort Unterbreizbach wurden dort in tiefe poröse Gesteinsschichten entsorgt. Kern der Anklage: Alle Beteiligten hätten Risiken fürs Grundwasser sehen, hätten damit rechnen müssen, dass die Abwässer nicht dort unten bleiben, „sondern sich unkontrolliert ausbreiten“ würden.

Neben einem Dutzend K+S-Mitarbeitern wurde auch gegen drei Beamte des Thüringer Landesbergamtes ermittelt, das die Thüringer Versenkung genehmigt hatte.

Aktualisiert um 18.50 Uhr.

Logik der Forderung: Mithilfe der Abwasserversenkung in Thüringen konnte der Kasseler Kali-Konzern Dünger produzieren. Dessen Wert wird offenbar auf 325 Mio. Euro taxiert. Die Meininger Staatsanwaltschaft nannte am Mittwoch keine Details. Ihre Anklage liegt seit knapp zwei Wochen beim Landgericht. Dort wird jetzt geprüft, ob die Vorwürfe zur Eröffnung eines Hauptverfahrens reichen. Offizielle Äußerungen der Justiz soll es in Kürze geben, wenn alle Betroffenen den Eingang der Anklage quittiert haben.

Von K+S hieß es: „Wir sind unverändert der Überzeugung, dass die erteilten Genehmigungen rechtmäßig sind und halten die Vorwürfe für unbegründet.“ Zum Vergleich: 325 Mio. Euro – das wäre für K+S knapp 90 Prozent des Reingewinns aus dem Jahr 2014. Die K+S-Aktie verlor am Mittwoch bis Handelsschluss 1,31 Prozent auf 20,02 Euro

Rubriklistenbild: © dpa

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