Marktbeobachter glauben nicht an rettenden Sprung

Dem K+S-Konzern droht Rauswurf aus dem Dax

Kassel. K+S droht nach fast siebeneinhalb Jahren der Rauswurf aus dem Dax. Am 3. März wird der Arbeitskreis Aktienindizes der Deutschen Börse über den Verbleib des Kasseler Kali- und Salzproduzenten im Segment der 30 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands entscheiden.

Die Umsetzung erfolgt am 21. März.

In Kapitalmarktkreisen gilt das Ende der Dax-Mitgliedschaft des Kasseler Kali- und Salzproduzenten als sicher. Denn nach den Regeln der Deutschen Börse muss ein Dax-Unternehmen dem Börsenwert nach mindestens Platz 45 aller börsennotierten Gesellschaften belegen, um in der Familie bleiben zu dürfen, und derzeit pendeln die Kasseler zwischen Rang 46 und 47.

Lexikonwissen:

K+S im Regiowiki

Zugrunde gelegt wird der durchschnittliche Börsenwert des Streubesitzes, also aller handelbaren Aktien, der zurückliegenden vier Wochen. Der Streubesitz liegt bei K+S zwar bei 100 Prozent, angesichts des drastischen Kursverfalls der jüngsten Vergangenheit kommt bei 191,4 Millionen Anteilscheinen zu 18,75 Euro das Stück nur ein aktueller Börsenwert von fast 3,6 Milliarden Euro heraus. Marktbeobachter glauben nicht, dass K+S den Sprung auf den rettenden Platz 45 noch schafft, den derzeit Spezialchemie-Produzent Evonik besetzt. Denn der hat aktuell eine Börsenkapitalisierung von gut 3,9 Mrd. Euro.

Für K+S dürfte mit ProSiebenSat.1 erstmals ein TV-Konzern in den wichtigsten deutschen Börsenindex aufrücken. Sollte der auch in der K+S-Chefetage längst erwartete Abstieg in den MDax der 50 mittelgroßen Werte eintreten, bliebe dies ohne Folgen für Standorte und Arbeitsplätze, Umsatz und Ertragslage. Aber er wäre ein Prestige-Verlust – für das Unternehmen selbst und die Region, die mit K+S gern Wirtschaftsförderung und Werbung betreibt.

In einem Interview sagte K+S-Chef Norbert Steiner: „Wir würden uns natürlich freuen, Mitglied des Dax zu bleiben. Aber auch im MDax wäre K+S kein Unternehmem minderer Qualität“.

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