Kampf gegen leere Läden: Geschäfte im Stadtteil Kirchditmold verwaist

Provisorisches Café im ehemaligen Schlecker-Markt: Die Kirchditmolder Geschäftsfrau Anja Bauer (r.) und ihre Tochter Lilli Bauer nehmen schon mal Platz. Jutta Walther steht hinter dem Tresen. Sie wird mit Bauer das Café zum Adventsmarkt betreiben. Foto: Ludwig

Kirchditmold. Es ist kein neues Problem, doch zeichnet sich seit Jahren trotz vieler Bemühungen keine Besserung ab: Der Leerstand von Geschäften im Kirchditmolder Ortskern ist weiter hoch.

Nun haben sich 17 ansässige Geschäftsleute zusammengetan, um am Samstag, 21. November, einen Adventsmarkt im Stadtteil zu veranstalten.

„Wir glauben an den Standort“, sagt Jutta Walther vom Geschäft „Perlenrausch“ an der Zentgrafenstraße 142. Gemeinsam mit Anja Bauer vom benachbarten Einrichtungsladen „Det lille Hus“ ist sie gerade dabei, die verwaisten Räume des ehemaligen Schlecker-Markts in der Zentgrafenstraße einzurichten. Dort wollen sie zum Adventsmarkt ein provisorisches Café eröffnen und Röstbrote mit verschiedenen Aufstrichen auftischen. Der Vermieter hat ihnen dafür die Fläche überlassen.

Das Ladengeschäft des früheren Schlecker-Markts ist seit der Insolvenz des Unternehmens im Jahr 2012 ungenutzt. „Der Markt war ein Kundenmagnet im Stadtteil“, sagt Bauer. Nachdem in diesem Jahr auch die Kasseler Bank ihre Filiale an der Zentgrafenstraße geräumt hat, um in den Neubau an der Harleshäuser Straße zu ziehen, ist der Ortskern um eine Leerstelle reicher. Allein an der Zentgrafenstraße stehen derzeit zehn Läden leer - seit dem Tod des Eigentümers im Juli auch die Zentgrafen-Drogerie.

Es gibt aber auch Erfolge: So hat seit ein paar Jahren ein neuer Metzger geöffnet und auch „Det lille Hus“, „Perlenrausch“ und andere Geschäfte behaupten sich schon seit vielen Jahren. Demnächst öffnet an der Ecke Zentgrafenstraße/ Harleshäuser Straße ein Büro des Uni-Projektes Nextkassel, das Ideen für die Entwicklung der Stadt entwickelt. „Wir sind positiv gestimmt und wollen weiter versuchen, das Viertel zu beleben“, sagt Walther. Nicht schaden könne dabei ein weiteres gastronomisches Angebot. Die benachbarte Friedrich-List-Schule biete das Kundenpotenzial. Kirchditmold sei ein beliebter Wohnort, nur leider nutzten nicht alle Bewohner das lokale Angebot.

Walther und Bauer sind deshalb froh, dass diesmal fast alle Händler beim Adventsmarkt mit im Boot sind. Letztes Jahr hätten sich nur vier Geschäfte beteiligt.

• 17 Händler an der Zentgrafenstraße, Harleshäuser Straße und Teichstraße öffnen zum Adventsmarkt am Samstag, 21. November, von 10 bis 18 Uhr.

Von Bastian Ludwig

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