Kassel bekommt bis Juli nur 85 neue Flüchtlinge

Rückläufige Flüchtlingszahlen: Stadt und Kreis Kassel drosseln Heimausbau

Kassel. Wegen der stark rückläufigen Flüchtlingszahlen drosseln Stadt und Landkreis Kassel den Ausbau neuer Unterkünfte.

Die Stadt soll im laufenden Quartal bis Ende Juni lediglich 85 neue Asylbewerber vom Land Hessen zur kommunalen Unterbringung (sogenannte Zweitaufnahme) zugewiesen bekommen. Von Januar bis März waren es noch 611. Dem Landkreis wurden 277 Neuzuweisungen bis Ende Juni angekündigt (1. Quartal: 965).

Wie berichtet, hat das Land Hessen vorige Woche die Erstaufnahme in der Landesfeuerwehrschule geschlossen. Die sieben verbleibenden Erstaufnahmen im Bereich von Stadt und Kreis sind nur noch zu 30 Prozent belegt. In den nächsten Tagen will das Land über weitere Schließungen entscheiden.

In den kommunalen Unterkünften hingegen gibt es noch keinen Leerstand im größeren Stil. Die Stadt Kassel kümmert sich aktuell um 2200 Asylbewerber, von denen rund 1600 in Gemeinschaftsunterkünften und 600 in Wohnungen leben. Der Landkreis versorgt 2900 Flüchtlinge (2300 in Heimen, 600 in Wohnungen).

Die Suche nach neuen Immobilien habe man vorerst eingestellt, sagte Kassels Sozialdezernent Christian Geselle im Gespräch mit der HNA. An den bereits auf den Weg gebrachten neuen Unterkünften halte man aber fest. Bis Oktober sollen in der Stadt laut Plan, der noch aus der Hoch-Zeit der Flüchtlingswelle stammt, 900 neue Plätze in Heimen und kleinen Wohneinheiten geschaffen werden. Der Landkreis hat 1500 Plätze in Vorbereitung.

Wenn die Flüchtlingszahlen weiter gering bleiben, so Geselle, werde man die Auslastung der Unterkünfte auf das vertraglich vereinbarte Mindestmaß von 70 bis 80 Prozent reduzieren. Zudem würden auslaufende Verträge mit den Betreibern nur noch um ein Jahr verlängert. „So bewahren wir uns eine hohe Flexibilität, ohne das Risiko einzugehen, bei wieder steigenden Flüchtlingzahlen erneut unter Druck zu geraten.“

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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