Tag der Arbeit

1. Mai: 700 Demonstranten für mehr Solidarität

Eine bunte Gruppe: 700 Frauen und Männer nahmen an der DGB-Kundgebung zum 1. Mai auf dem Königsplatz teil. Fotos:  Koch

Kassel. „Hoch die internationale Solidarität“, riefen die 700 Frauen und Männer, als sie am Sonntagmittag vom Königsplatz in Richtung Drahtbrücke weiterzogen, um dort gemeinsam den Tag der Arbeit zu feiern.

In der Innenstadt hatte die Kundgebung zum 1. Mai stattgefunden, die in diesem Jahr ganz im Zeichen von Europa stand. Mit dem Motto „Zeit für mehr Solidarität“ positionierte sich der Deutsche Gewerkschaftsbund zu den aktuellen Debatten rund um „Zuwanderung, Zukunftsängste und dem immens hohen Reichtumeiniger weniger“.

Einer der Hauptredner war Nikos Kalogiros von der griechischen Lehrergewerkschaft DOE. Er warnte davor, dass die Errungenschaften, für die Arbeitnehmer auf der ganzen Welt seit 150 Jahren gekämpft haben, wieder der „Grausamkeit des Kapitals“ zum Opfer fallen. Es bestehe derzeit die Gefahr, dass es zurück zu „Arbeitbedingungen und soziale Verhältnisse wie zur Zeit des Mittelalters“ komme. Kalogiros berichtete davon, wie die Arbeitnehmer und mittleren sozialen Schichten in Griechenland seit Jahren gnadenlos angegriffen würden. Sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor habe es seit Beginn der Krise unzählige Kündigungen gegeben. Über 1000 Betriebe hätten dicht gemacht, über 500 000 Menschen hätten ihre Arbeit verloren.

Gebot der Vernunft

Kalogiros rief dazu auf, dass die europäischen Arbeitnehmer sich vereinigen und solidarisieren, um die Austeritätspolitik in Form von Steuererhöhungen beziehungsweise Ausgabensenkungen zu bekämpfen. Nur auf diese Weise könne man die „barbarische Politik auf der europäischen Ebene“ beenden.

1. Mai in Kassel: 700 Demonstranten für mehr Solidarität

Gabriele Bischoff, Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss in Brüssel, unterstrich, dass die Gewerkschaften seit Jahren gegen diese Sparpolitik kämpften. Die Solidarität müsse gestärkt und nationale Egoismen überwunden werden. Das sei ein „Gebot der Vernunft, weil Europa sonst nicht existieren kann“. Bischoff erinnerte daran, dass Artikel 1 des Grundgesetzes (Die Würde des Menschen ist unantastbar) nicht nur für Deutsche, sondern für alle Menschen, die sich in diesem Land aufhalten, gilt. Sie rief zu mehr Solidarität zwischen Einheimischen und Flüchtlingen, zwischen den Generationen und zwischen festangestellten Arbeitnehmern und Leiharbeitern auf.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.