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2000 gingen in Kassel für Palästina auf die Straße, 90 für Israel

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2000 gingen für Palästina auf die Straße
2000 gingen für Palästina auf die Straße © Fischer

Kassel. Um 16.20 Uhr spitzte sich am Dienstag die Situation an der Kasseler Treppenstraße zu: 2000 Menschen, die im Nahost-Konflikt für Palästina auf die Straße gegangen waren, standen 90 Demonstranten gegenüber, die sich für Israels Rechte einsetzten.

Als die Gruppen aufeinandertrafen, kam es zu heftigen Wortgefechten, „Israel Kindermörder“-Rufen und Drohgebärden. Weil auf beiden Seiten aber viele besonnene Menschen vertreten waren und eine Polizeikette die Lager trennte, blieben Gewaltexzesse aus.

Die Polizei sicherte die Veranstaltungen mit geschätzten 100 Beamten ab.

Zur Pro-Palästina-Demo hatten Schülerinnen über Facebook aufgerufen. Diesem Aufruf waren längst nicht nur Palästinenser gefolgt. Menschen aus anderen muslimisch geprägten Ländern wie etwa der Türkei, Afghanistan und dem Iran marschierten ebenso mit wie zahlreiche Deutsche.

Gestartet war der Demonstrationszug am Stern. Beim Marsch über die Königsstraße bis zum Rathaus skandierte die Menge immer wieder lautstark „Allahu Akbar“ (Gott ist größer), aber auch „Boykott Israel“. Viele Demonstranten hielten Fotos hoch, die Bombeneinschläge im Gazastreifen zeigten. Als sich die Masse der Treppenstraße näherte, wo sich 90 Menschen gegen Antisemitismus und Israel-Hass versammelt hatten, mahnten Ordner der palästinensischen Seite über Lautsprecher, die andere Gruppe nicht zu provozieren. An diese Bitte sollten sich zwar nicht alle halten, aber die Emotionen entluden sich zumindest nur verbal. Mancher warf Israel Völkermord vor.

Die jüdische Gegendemonstration war unter anderem von der deutsch-israelischen Gesellschaft und der jüdischen Gemeinde unterstützt worden. Diese wollten damit auch ein Zeichen gegen den „Terrorkrieg der Hamas“ setzen. Nach 15 Minuten zog der pro-palästinensische Demonstrationszug weiter Richtung Rathaus, wo eine Kundgebung stattfand.

Dabei zeigte sich einmal mehr, wie sehr die Fronten im Nahost-Konflikt verhärtet sind. Als eine Rednerin eine gemäßigte Position einnahm und sagte, sie könne auch die Ängste der israelischen Bevölkerung verstehen, erntete sie Buh-Rufe.

Von Bastian Ludwig

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