Er starb 74-jährig

Trauer um Kasseler Bauunternehmer Hermann Riede

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Kassel. Sein Name ist untrennbar verbunden mit dem Straßenbau in der Region: Der Kasseler Bauunternehmer Hermann Riede ist tot. Er starb im Alter von 74 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit. Am Montag hätte er seinen 75. Geburtstag gefeiert.

Über 40 Jahre lang leitete der gebürtige Kasseler das Straßen- und Tiefbauunternehmen mit Sitz in Bettenhausen. Erst vor einem Jahr hatte er aus Altersgründen die Leitung in neue Hände gegeben.

Schon früh war klar, dass Hermann Riede die 1938 gegründete Firma seines Vaters einmal fortführen würde. Nach dem Abitur am Goethegymnasium studierte er in Hannover Bauingenieurwesen und stieg 1969 in den Familienbetrieb ein. Den technischen Wandel der Branche über die Jahrzehnte hat Riede nicht nur begleitet, sondern auch mitgestaltet. Das Unternehmen gilt in der Region als führend in der Asphalttechnologie. Unter anderem hat Riede einen wasserdurchlässigen Spezialbelag entwickelt.

Der Drang nach Innovation verband sich mit Bodenständigkeit. Große Expansionsabsichten hegte der langjährige Chef des Familienbetriebs nie. Das Unternehmen an der Sandershäuser Straße hat seit Jahren rund 65 Beschäftigte. „Ihm war es wichtig, dass die Mitarbeiter sich kennen und ihn kennen und er den direkten Draht zu allen hat“, erzählt seine Ehefrau Vera, mit der er 44 Jahre verheiratet war.

Riede war nicht nur mit Leib und Seele Bauunternehmer, sondern auch ein Familienmensch. Seine Frau und die vier Kinder - und inzwischen auch drei Enkel - standen für ihn neben dem Betrieb an erster Stelle. Tochter Eva arbeitet heute im Unternehmen mit. Der jüngste Sohn Max bringt sich neben der Ausbildung auch schon für das Unternehmen ein.

Technik faszinierte Hermann Riede auch in seiner Freizeit. Er war leidenschaftlicher Flieger und engagierte sich für den Erhalt des legendären Flugzeug-Oldtimers „Fieseler Storch“. Nicht nur in der Luft, auch am Boden schlug sein Herz für Oldtimer. In seinem Fahrzeug aus den 70er-Jahren genoss er bei schönem Wetter mit seiner Frau Ausfahrten durch seine Heimatregion.

Sportlich aktiv war Riede, so lange es die Gesundheit zuließ, auf dem Mountainbike und den Skiern. Aber auch im Staatstheater und bei Konzerten traf man den kulturinteressierten Kasseler Unternehmer. Eine der wenigen Gelegenheiten, wo er seine Hermann-Riede-Kappe - sonst sein Markenzeichen - nicht trug. Bei seiner Beisetzung am Mittwoch wird sie ihn sogar in sein Grab begleiten.

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