Kassel trauert mit den Opfern von Paris: Stimmen und Reaktionen

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Klaus-Dieter Thamm zieht die Flaggen vorm Kasseler Rathaus im Trauerflor auf Halbmast.

Kassel. Die Serie von Anschlägen in Paris hat auch in Kassel Entsetzen und tiefe Betroffenheit ausgelöst. Überall waren die dramatischen Ereignisse am Samstag das Gesprächsthema.

Vor dem Rathaus an der Oberen Königsstraße wurde Trauerbeflaggung auf Halbmast gehisst.

Mit großen Entsetzen und tiefer Trauer reagierte Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) auf die Terror-Anschläge in Paris. „Wir sind mit unseren Gedanken und unseren Herzen bei den Menschen, die am Freitagabend in Paris von Terroristen ermordet oder verletzt wurden. Unser Mitgefühl gilt auch den Angehörigen der Terror-Opfer“, sagt Hilgen. In den nächsten Tagen soll im Rathaus in der Nähe des Info-Punktes im Eingangsbereich ein Kondolenzbuch ausgelegt werden, um den Kasselern die Möglichkeit zu geben, ihrer Bestürzung und Trauer anlässlich der Terror-Anschläge in Paris Ausdruck zu verleihen.

Der Kreisparteitag der CDU Kassel-Stadt in Eppos Clubhaus begann am Vormittag mit einer Schweigeminute für die Anschlagsopfer. Vor dem tragischen Hintergrund beschlossen die Delegierten, bei der Veranstaltung auf jeden politischen Schlagabtausch im Vorfeld der Kommunalwahl zu verzichten.

Die Kreisvorsitzende, Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann, sagte, sie sei tief erschüttert über das Ausmaß der terroristischen Gewalt. Es sei unfassbar, dass die Attentäter ihr eigenes Leben hingäben, um möglichst viele Unschuldige mit in den Tod zu nehmen. Die „offene, freie Welt in Europa“ sei herausgefordert. Kühne- Hörmann: „Wir müssen jetzt zusammenstehen und mit aller Härte gegen solche Angriffe vorgehen.“

„Entsetzt und betroffen“ äußerte sich auch Kassels CDU-Fraktionschef Dr. Norbert Wett bei der Veranstaltung. Er habe gestern nach einem Abend mit Freunden noch spät den Fernseher eingeschaltet – „ich konnter zunächst gar nicht glauben, was ich sehe.“ Wett: „Es ist eigentlich unvorstellbar, das so etwas in der Hauptstadt eines unserer Nachbarländer passiert.“

Auch beim zeitgleichen Tag der offenen Tür an der Albert-Schweizer-Schule war die Stimmung gedrückt. Schulleiter Stefan Alsenz sagte: „Die Anschläge in Paris zeigen unsere Verwundbarkeit. Wir wollen die Verbundenheit Europas und deshalb sind wir auch alle betroffen.“ Französisch-Lehrerin Angela Frömberg hat Angst davor, dass die Terroranschläge Futter für extreme Parolen bieten. „Mit den Anschlägen in Paris wurde Frankreich ins Herz getroffen“, sagte sie.

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