Drei Frauen haben gewonnen

Kassel-Wasser-Wettbewerb: 39 außergewöhnliche Kanaldeckel

Kassel. In der Stadt Kassel gibt es etwa 22.000 Kanaldeckel. Die meisten fallen nicht auf und werden oft nur mit Füßen getreten. Stadtbaurat Christof Nolda stellte am Dienstag mit Jürgen Freymuth, Betriebsleiter von Kassel-Wasser, 39 Kanaldeckel vor, die Farbe in die Innenstadt bringen.

Sie wurden von Kasselern (Schülern, Azubis, Studenten, Handwerkern, Hobby- und Profikünstler) kreiert. Menschen, die an einem Gestaltungswettbewerb von Kassel-Wasser anlässlich des Stadtjubiläums teilgenommen haben. Man habe sich im Unternehmen überlegt, was man zum 1100. Geburtstag der Stadt auf die Beine stellen könne, sagte Freymuth. „Mit Schlamm und Abwasser kann man schlecht etwas anfangen. Mit Kanaldeckeln schon.“

Unter dem Motto „Mach dein‘ Deckel“ entstanden in der Folge 39 Kunstwerke, die alle irgendwie in Verbindung mit der Stadt stehen.

Die Jury hatte es bei der Auswahl der Gewinner nicht leicht. Deshalb wurden am Dienstag auch gleich drei erste Plätze vergeben - die originellsten und schönsten Deckel wurden allesamt von Frauen entworfen und umgesetzt.

Anna Rauer, Studentin der Werkakademie, hat sich von der documenta anregen lassen. Sie hat einen Deckel kreiert, in den die Entfernung zu 16 Städten in Nah und Fern in Beton eingelassen wurde: von Ahnatal (neun Kilometer) bis Tunis in Afrika (1615 Kilometer).

Yvonne Kaiser hatte die Idee, die Parkscheibe auf den Deckel zu bringen. Schließlich handele es sich um eine Erfindung aus Kassel, die im vergangenen Jahr 50 wurde. „Ich habe sofort gesagt, wir machen die Parkscheibe. Die hat eine klare Struktur“, sagt die Altenpflegerin aus Kassel. Zwei Monate lang werkelte sie mit ihrer 29-jährigen Tochter Sarah im Wohnzimmer und im Keller an dem Mosaik, das aus Feinsteinzeug sorgfältig und detailgetreu auf den Kanaldeckel gekommen ist.

Kein Kassel-Wettbewerbs ohne die Grimms: Die Schreinerin Petra Engemann hat sechs Bücher aus Stahlplatten und -band auf den Deckel gebracht. Sie sollen einen Hinweis darauf geben, wie viele alte, abgegriffene und viel gelesene Bücher es von Jacob und Wilhelm Grimm gibt.

Bilder von den Kanaldeckeln

Kanaldeckel-Kunst zum Stadtjubiläum

Da Petra Engemann im Märchenviertel in Niederzwehren lebt, wäre es ihr am liebsten, dass ihr Kanaldeckel dorthin verlegt wird. Vorerst muss sie noch abwarten. In den nächsten Monaten sind die 39 Deckel zunächst auf dem Königsplatz und den Seitenstraßen zu bewundern. Die Künstler der drei Gewinner-Deckel werden übrigens ein Jahr lang von der Wasser- und Abwassergebühr befreit.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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