Zuletzt 200 Zuzüge im Quartal - Stadt will zügig gegensteuern

Kassel als Großstadt zieht Flüchtlinge aus dem Umkreis an

Kassel. Kassel als einzige Großstadt in der Region ist auch für Flüchtlinge attraktiv. Immer mehr anerkannte Flüchtlinge ziehen in die Stadt.

Gleichzeitig ist die Zahl der neu zugewiesenen Asylbewerber in den Gemeinschaftsunterkünften zurückgegangen.

Im ersten Quartal des Jahres haben sich rund 200 Flüchtlinge in Kassel niedergelassen. Ein Drittel davon zog aus dem Landkreis Kassel in die Stadt.

Noch gilt: Sobald Asylsuchende ein Bleiberecht haben, dürfen sie sich frei in Deutschland bewegen. Die Bundesregierung hat aber kürzlich beschlossen, eine Wohnsitzauflage einzuführen. Demnach kann Flüchtlingen auch nach ihrer Anerkennung der Wohnort vorgeschrieben werden. Für Kassel drängt Sozialdezernent Christian Geselle (SPD) auf eine zügige Umsetzung.

Genaue Zahlen zum Zuzug anerkannter Flüchtlinge gibt es nicht. Nach Angaben der Stadt sind in den vergangenen zwölf Monaten (bis Ende März) 889 Ausländer aus den sieben Hauptfluchtländern wie Syrien und Eritrea nach Kassel umgezogen. 239 davon waren vorher im Kreis Kassel gemeldet – mit hoher Wahrscheinlichkeit als Asylbewerber.

„Ein ungesteuerter Zuzug ist einer vernünftigen Integration nicht zuträglich und bedeutet auch eine hohe finanzielle Belastung für die Stadt“, sagt Sozialdezernent und Kämmerer Geselle. Anerkannte Flüchtlinge, die in der Regel noch keine Arbeit haben, werden vom Jobcenter betreut und erhalten SGB-II-Leistungen (Hartz IV). Die Stadt muss dabei 70 Prozent der Unterkunftskosten tragen. Zudem müsse für die vielen Menschen auch Wohnraum gefunden werden. Gerade günstige Wohnungen sind in Kassel aber knapp.

Geselle befürwortet daher die vom Bund geplante Wohnsitzauflage für drei Jahre. „Wir wollen das möglichst schnell nutzen.“ Noch sei aber nicht klar, wie das Gesetz in Hessen umgesetzt werde. Auf Anfrage der HNA beim Sozialministerium hieß es, dies werde derzeit geprüft.

Rubriklistenbild: © dpa

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