Genossenschaftliches Geldinstitut speckt ab

Kasseler Bank schließt eine Filiale und zwei Selbstbedienungsstellen

Macht zum 15. Februar zu: die Kasseler-Bank-Filiale in der Kasseler Straße 8 in Vellmar. Foto: Koch

Kassel/Vellmar/Lohfelden. Kunden der Kasseler Bank müssen sich ab dem 15. Februar auf Veränderungen einstellen. Eine Filiale wird geschlossen, andere werden zu Selbstbedienungstellen herabgestuft. Dafür werden in einem Teil der Standorte die Öffnungszeiten verlängert.

So wird es genau aussehen: Der Standort in der Kasseler Straße 8 in Niedervellmar wird geschlossen, der in der Holländischen Straße 101 a in Obervellmar bleibt bestehen. Außerdem gibt das genossenschaftliche Kreditinstitut die beiden Selbstbedienungsstellen (SB) in Waldau und Lohfelden (Hauptstraße 47) auf. Die Filiale in Harleshausen wird nach Inbetriebnahme des neuen Standorts in der Harleshäuser Straße in Kirchditmold vor einem Jahr zu einer SB-Stelle mit Geldautomat und Kontoauszugsdrucker herabgestuft.

Das kündigte gestern Vorstandschef Martin Schmitt an. Als Gründe nannte er den Trend zum Online-Banking sowie den Spardruck infolge der anhaltenden Niedrigzinsphase. Klassische Regionalbanken erzielen 80 Prozent ihrer Erträge aus dem Zinsüberschuss, der in den vergangenen Jahren stetig gesunken ist und in absehbarer Zunkunft nicht spürbar steigen dürfte. „Wir müssen die Zukunftsfähigkeit unsers Hauses erhalten, um auch weiterhin ein leistungsfähiger Partner der heimischen Wirtschaft bleiben zu können“, erklärte Schmitt.

Gleichzeitig verwies er auf eine Reihe neuer Standorte, die in den vergangenen zwei Jahren entstanden oder erweitert worden sind. Neben Kirchditmold hat auch der Bebelplatz einen Neubau bekommen. Die Hauptstelle in der Rudolf-Schwander-Straße wurde für 23,5 Millionen Euro aufwändig saniert und um ein öffentliches Parkhaus erweitert. Neu sind auch die SB-Standorte in der Bunsenstraße sowie im City-Point und Dez.

In allen größeren Filialen gibt es künftig neben dem Donnerstag mit dem Dienstag einen weiteren Tag mit längeren Öffnunbgszeiten bis 18 Uhr. „Aber wir machen auch individuelle Beratungstermine außerhalb der Geschäftszeiten“, betonte Vorstand Wolfgang Osse. Wie teuer selbst SB-Stellen sind, zeigte Vorstandkollege Volker Stern auf: Knapp 200 000 kostet allein die Technik. Die jährlichen Betriebkosten lägen bei 25.000 Euro je Standort.

Die Kasseler Bank ist mit einer Billanzsumme von rund zwei Milliarden Euro und 470 Mitarbeitern das zweitgrößte Regionalinstitut in Nordhessen und das größte im genossenschaftlichen Bereich. Erst im Dezember hatte sie den sozialverträglichen Abbau von 13 Vollzeitstellen angekündigt, die sich 18 Beschäftigte teilen. Begründet wurde der Schritt mit der fortschreitenden Digitalisierung, in deren Zuge Sachbearbeiterstellen überflüssig wurden. Das Geldhaus ist in Stadt und Kreis Kassel sowie im Waldecker Land aktiv. Die westlichste Filiale ist Willingen.

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