Plante Halil D. Attentat auf Frankfurter Radrennen?

Verurteilter Kasseler Bombenbauer schon früher auffällig

Kassel/Frankfurt. Halil D. wurde verdächtigt, im vorigen Jahr einen Bombenanschlag auf das Radrennen in Frankfurt geplant zu haben. Jetzt wurde der Mann aus Kassel verurteilt.

Der 36-Jährige wurde wegen verbotenen Waffen- und Sprengstoffbesitzes vom Landgericht Frankfurt zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Beweise für ein Attentat bei dem Rennen „Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt“ konnten vor Gericht nicht erbracht werden.

Halil D. lebte bis 2008 im Kasseler Stadtteil Wesertor. Nachbarn erinnern sich noch gut an ihn – die Familie fiel vor allem wegen ihrer Lautstärke auf. In Kassel wurde Halil D. auch erstmals strafrechtlich auffällig. Im November 2008 fand die Polizei ein Faustmesser bei ihm – eine verbotene Waffe, bei der die Klinge im 90-Grad-Winkel zum Griff montiert ist. Halil D. wurde zu einer Geldstrafe verurteilt. Danach zog er aus Kassel weg.

Merkwürdig: Auf dem Rechner des in Kassel ermordeten Halit Yozgat wurde die Telefonnummer der Mutter von Halil D. gefunden. Damals wurde spekuliert, ob die Ermordung Yozgats 2006 zur Radikalisierung von Halil D. beigetragen haben könnte.

Videos der Terrormiliz IS gefunden

Das vermeintliche Attentat in Frankfurt gibt auch nach dem Urteil noch Rätsel auf. „Manches wurde nicht aufgeklärt“, sagte die Richterin Clementine Englert. Fest steht, dass bei Halil D. auch viele Videos mit Exekutionen der Terrormiliz IS gefunden wurden. Ebenso Waffen und eine funktionsfähige Rohrbombe, gespickt mit 239 Nägeln. Die Bombe war in einer Bananenkiste versteckt. Vor Gericht gab Halil D. an, diese Bombe in Kassel konsruiert zu haben. Zeugen bestätigten das.

Das Gericht sah aber keine Hinweise, dass Halil D. die Bombe auch wirklich einsetzen wollte. Nach dem Urteil fühlt er sich als Terorrist stigmatisiert.

Das Gericht empfahl der Polizei, ihn auch nach der Haftentlassung sorgfältig zu beobachten.

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Rubriklistenbild: © dpa

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