Stars im Best Western

Kasseler Empfangsdame plaudert aus Nähkästchen: Wo Maffay in die Sauna geht

Von Anfang an aus Überzeugung an der Rezeption: Necla Demirsoy im Best Western Plus Hotel Kassel City. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Es müssen über hunderttausend Gäste sein, die die Hotelfachfrau Necla Demirsoy binnen 25 Jahren in Kassel willkommen geheißen hat. Die heute 42-Jährige gehört im Best Western Plus Hotel Kassel City seit den ersten Tagen zum Team.

Vor 25 Jahren wurde das Haus unter dem Namen Mövenpick Hotel in der neu erbauten Kurfürsten-Galerie eröffnet.

Nach drei Jahren Ausbildungs-Rundlauf stand für die Hotelfachfrau fest: Die Rezeption soll ihr Einsatzfeld sein - und das ist bis heute so geblieben. Warum? „Weil man dort jeden Tag mit neuen, interessanten Menschen zu tun hat.“ Und genau diese Abwechslung möge sie: „Dieser Beruf ist einfach alles andere als langweilig“, sagt Necla Demirsoy.

Stars und Promis

So habe sie in dem zentral gelegenen Viereinhalb-Sterne-Haus „meine drei großen Teenie-Idole“ beruflich betreuen können: An der Hotelbar, damals Ausbildungsstation von Necla Demirsoy, sei Nena mit ihre Band einen denkwürdigen Abend lang versackt. „Und Peter Maffay musste ich einen Bademantel aufs Zimmer bringen, weil er in die Sauna wollte.“ Erst nach einem netten Smalltalk von Star zu Fan sei Maffay schwitzen gegangen.

Auch Herbert Grönemeyer sei „gar nicht so kompliziert“ gewesen wie vom damaligen Management erwartet, erzählt die Rezeptionistin, die sich auch an Bryan Adams, Wolfgang Niedecken und Tom Jones als prominente Gäste erinnert. Letzterer habe sich eines Abends kurzerhand ans Barpiano gesetzt und „praktisch ein Privatkonzert für uns Mitarbeiter gegeben“, sagt Necla Demirsoy: „Das war toll; von den Gästen im Haus hat das kaum jemand mitbekommen.“

Die vertauschte Torte 

Interessant seien immer wieder auch die kleinen Stolpersteine im geschmeidigen Serviceablauf eines gehobenen Hotels. So habe Großalarm geherrscht am Tag einer Hochzeitsfeier im Haus: Die tags zuvor gelieferte Hochzeitstorte war versehentlich aufs Buffet einer Geburtstagsgesellschaft gestellt und aufgegessen worden. „Wir hatten uns schon ein wenig über die romantische Torte gewundert“, schmunzelt Necla Demirsoy. Das Hotel habe dann eilends Ersatz herbeigezaubert. „Zum Glück ist das Brautpaar sehr entspannt mit der Situation umgegangen.“

Über solche Gelassenheit sei das Hotel auch froh, wenn ein Gast irrtümlich in ein Zimmer eingecheckt wird, das schon belegt ist und in dem jemand anderes schläft. „Das ist mir selber auch schon passiert“, bekennt die Rezeptionistin.

Die Macken der Gäste 

Gerade Stammgäste hätten aber oft so ihre Eigenheiten. Da gebe es auch mal ein Donnerwetter der Empörung, nur weil das Zimmertelefon ein paar Zentimeter vom gewohnten Platz verschoben steht.

Das seien aber Dinge, die sich schnell regeln ließen, sagt Necla Demirsoy. Was ihr dabei hilft, ist die umfassende Menschenkenntnis, die sie in 25 Jahren im Hotel erworben hat.

Hintergrund: Sechs Arbeitsjubilare dabei

In der Hotellerie sind solche Jubiläen höchst selten: Im Best Western Plus Hotel Kassel City sind sechs Mitarbeiter seit der Eröffnung vor 25 Jahren dabei. Neben Rezeptionistin Necla Demirsoy sind dies Christiane Ganasinski (Leitung Bankettservice), Barchef Peter Schösse, Chefspüler Frank Fischer, Restaurantleiter Matthias Eichert und Frühstückskoch Mohammed Munsefzada.

Hoteldirektor Jürgen Peter Voigts ließ für die langjährigen Mitarbeiter ein fünfgängiges Galadiner ausrichten, bei denen die Jubilare einmal selbst wie Hotelgäste verwöhnt wurden. Außerdem erhielten sie Gutscheine für Hotels der Hamburger RIMC-Gruppe, zu der auch das Haus in Kassel gehört.

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