Viel Arbeit für den Body

Kasseler gewinnt im Bodybuilding Wettbewerb um Wettbewerb

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Trainieren, um fit zu bleiben: Marcel Schlegel geht sechs Mal die Woche ins Fitnessstudio.

Kassel. Kraftsport wird immer mehr zu einer Modeerscheinung. Vom Fitnessstudio zum professionellen Bodybuilding ist es jedoch ein großer Schritt, weiß Marcel Schlegel (37).

Der Kasseler ging erstmals mit 15 Jahren ins Fitnessstudio. Mit 17 war er auf der ersten Junioren-Meisterschaft. „Damals habe ich alles gewonnen, was es zu gewinnen gab“, sagt Schlegel. Seine Motivation sei die „Rocky“-Filmreihe mit Sylvester Stallone gewesen, sagt er lachend. Der Besitzer des Studios, in dem er trainierte, habe ihn angeleitet und beim Training geholfen.

Nach einer zehnjährigen Pause, in der er jedoch nicht aufhörte zu trainieren, entschloss er sich 2013, wieder an Meisterschaften teilzunehmen. Schnell stellten sich die Erfolge wieder ein. Der gelernte Fliesenleger wurde zwei Mal hessischer und zwei Mal deutscher Meister.

Sein letzter großer Erfolg war der Sieg im Loaded Cup in Bochum. Das Turnier, bei dem Athleten aus ganz Europa ihre Kräfte messen, fand dieses Jahr erstmalig in Deutschland statt. Schlegel konnte sich sowohl in seiner Klasse als auch gegen die Erstplatzierten anderer Gewichtsklassen durchsetzen und wurde damit Gesamtsieger. Sein nächstes Ziel sind die Arnold Schwarzenegger Classics, Wettbewerbe im professionellen Bodybuilding, die dieses Jahr auch einen Ableger auf dem europäischen Kontinent anbieten.

Dabei sei das Bodybuilding nicht nur Wettkampfsport, sondern seine „Lebenseinstellung“. „Ich verwende täglich einige Stunden zum Vorbereiten meiner Mahlzeiten“, erzählt Schlegel. Auch wenn ihn das im Alltag einschränke, beispielsweise wenn er nicht alles essen könne und oft mit Tupperdosen im Gepäck reise, sei es ihm das wert. „Selbst wenn wir in den Urlaub fahren, wo andere sich entspannen, ist es wichtig, dass es im Hotel ein Studio gibt“.

Darüber hinaus möchte Schlegel auch die Akzeptanz für das Bodybuilding erhöhen. „Oft sind die Menschen skeptisch und haben Vorurteile, es steckt jedoch enorm viel Arbeit dahinter“, erklärt er. Er sei sechsmal die Woche im Fitnessstudio. „In anderen Sportarten wie im Fußball gibt es auch Fälle von Doping, darüber wird aber nicht so ausführlich berichtet“, meint Schlegel. Was er jedem empfiehlt, der Bodybuilding betreiben möchte, ist, sich Zeit zu lassen. „Das professionelle Bodybuilding sollte man erst mit 21 anfangen. Dann ist der Körper voll ausgewachsen und man kann durchstarten.“

Hintergrund: Bodybuilding Meisterschaften

Meisterschaften:  Der Deutsche Bodybuilding und Fitness Verband (DBFV) ist der einzige Bodybuilding Verband, der in Deutschland offiziell anerkannt ist. Er ist vergleichbar mit dem Deutschen Fußball Bund (DFB) und organisiert die Deutschen Meisterschaften. Die jeweiligen Landesverbände organisieren die Landesmeisterschaften.

Loaded Cup: Der Loaded Cup fand dieses Jahr erstmalig in Deutschland statt. Zu dem Turnier reisen jährlich Athleten aus ganz Europa an. Es genießt enormes Renommee im Bodybuilding.

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