Dienstags und freitags

Wie in Hollywood-Filmen: Kasseler Kung Fu-Verein trainiert Hung Kuen-Stil

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Auch Waffen kommen beim Kung Fu zum Einsatz: Said Askriy mit dem Fächer (von links), Kamuran Atca mit dem Säbel und Pinus Hauser mit dem Drei-Glieder-Stock.

Kassel. Egal ob Jackie Chan, Bruce Lee, Jet Li, die Ninja Turtles oder aktuell Kung Fu Panda: All diese Filmhelden greifen auf der Leinwand auf Kung Fu-Kampftechniken und Waffen zurück.

Einer von insgesamt 600 Stilen dieser von chinesischen Mönchen entwickelten Kampfkunst ist der 1500 Jahre alte Hung Kuen-Stil. Dessen Techniken tauchen auch in Hollywood-Streifen immer wieder auf. Auch deshalb haben Vereine wie „Shaolin Kung Fu Kassel“ nach jedem Kung Fu-Film Zulauf

Als Verein hat sich die derzeit 23-köpfige Gruppe erst vor einem Jahr gegründet. Zuvor haben die Mitglieder als loser Zusammenschluss im Auepark trainiert. Inzwischen hat der Verein mit der Turnhalle der Luisenschule einen festen Platz gefunden und sucht nach weiteren interessierten Mitgliedern.

Der Tiger: Aus dieser Tierform stammt die Kampftechnik, die Kamuran Atca hier vorführt.

Wer am zweimal pro Woche stattfindenden Training (Dienstag- und Freitagabend) teilnehmen möchte, müsse nicht viel mitbringen, sagt der Vereinsvorsitzende Kamuran Atca. Die Alterspanne der Mitglieder reiche von 13 Jahren bis Mitte 40. Jünger als 13 sollten die Kinder aber nicht sein, weil jüngere Kinder ein anderes Training benötigten.

Ansonsten habe jeder seinen eigenen Startpunkt im Training. Der eine müsse erstmal seine Kondition verbessern, der andere seine Beweglichkeit, sagt Atca. Jeder arbeite an seinen körperlichen Grenzen. In der Übersetzung bedeutet Kung Fu auch genau das: „Etwas durch harte, geduldige Arbeit Erreichtes“.

Anders als beim aus Japan stammenden Karate gibt es beim Kung Fu keine Gurtgrade. Stattdessen basiert die Kampfkunst auf einem Familiensystem, dessen Rollen sich danach richten, wie lange eine Person die Kampfkunst ausübt. So gibt es beispielsweise den Si-Fu, den väterlichen Lehrer, den Si-Hing, den älteren Bruder und den Si-Dai, den jüngeren Bruder.

Die Techniken hätten sich die Mönche einst bei den Tieren abgeschaut, weshalb Kung Fu auch als Tierimmitationskampf bezeichnet werde, wie Atca erzählt. Er basiere auf fünf Grundtieren: Storch, Tiger, Schlange, Drache und Leopard - die Kampftechniken unterschieden sich, je nach Tier, in ihrem Härtegrad. „Der Storch sucht die Deckung, er ist ein weiches Tier, der Tiger geht auf den Gegner, entsprechend hart ist der Stil“, sagt Pinus Hauser aus dem Vereinsvorstand. Im Laufe der Kung Fu-Ausbildung durchlaufe der Trainierende alle Tierarten. So werde es auch nach zehn Jahren Training nie langweilig.

Neben dem waffenlosen Kampf kommen zu einem späteren Zeitpunkt des Trainings auch Waffen zum Einsatz: Darunter etwa Stock, Säbel, Dolche, Lanze und Messer. „Alle Waffen sind ungeschärft und zunächst übt jeder den Umgang mit den Waffen für sich“, sagt Hauser.

• Trainingszeiten: Dienstag, 19.30 Uhr und Freitag 19 Uhr in der Turnhalle der Luisenschule. 

www.shaolin-kungfu-kassel.de

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