Große Abfallmenge schlägt sich in hohen Gebühren nieder

Kasseler machen besonders viel Müll

Die Kasseler produzieren verhältnismäßig viel Müll. Mit 507 Kilo Abfall pro Einwohner und Jahr liegt die Stadt deutlich über dem Landes- und Bundesschnitt (476 bzw. 462 Kilo).

Besonders das Aufkommen von Rest- und Sperrmüll ist mit 235 Kilo höher als in den meisten anderen deutschen Großstädten.

Dies geht aus neuen Zahlen der Statistischen Landes- und Bundesämter hervor. Egal ob Frankfurt, Offenbach oder Darmstadt: Mit Ausnahme von Wiesbaden machen Hessens Großstädter nirgendwo so viel Müll wie in Kassel.

Zwar verursachen die Menschen im Kreis Kassel jährlich sogar 552 Kilo Müll, dies ist aber allein auf den hohen Anteil von Biomüll zurückzuführen, der dort anfällt. Mit 216 Kilo Bio-Abfall pro Person liegt der Kreis hessenweit ganz vorn. Weil in ländlich geprägten Kreisen der Anteil des Biomülls generell höher ist, können sie bei der Gesamtabfallmenge nicht mit den Städten verglichen werden.

Warum die Kasseler so viel Rest- und Sperrmüll verursachen, hängt mit vielen Ursachen zusammen. „Ein Grund ist sicher, dass bei uns die Abgabe von Sperrmüll kostenfrei ist und die Recyclinghöfe gute Öffnungszeiten haben“, sagt Stadtreiniger-Sprecherin Birgit Knebel. Beim Abholen des Sperrmülls, das seit 2010 pauschal 35 Euro kostet, gebe es zudem keine Mengenbegrenzung. Dies sei in anderen Städten und Kreisen anders. Tatsächlich ist zu beobachten, dass vor allem die Sperrmüllmenge in Kassel mit über 10 000 Tonnen jährlich sehr hoch ist. In Frankfurt, das mehr als drei Mal so viele Einwohner hat, fallen pro Jahr nur 9000 Tonnen an.

Wie der Hessische Rechnungshof bereits 2014 ermittelte, sind die Müllgebühren in keiner hessischen Großstadt so hoch wie in Kassel. Für einen Vier-Personenhaushalt liegen sie laut Rechnungshof bei 738 Euro pro Jahr in einem Einfamilienhaus und 658 Euro in einem Mehrfamilienhaus.

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Rubriklistenbild: © dpa

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