Lokhalle sorgt für Wertschöpfung von 24 Mio. Euro

Kasseler Multihalle in Planung - Von Göttingen lernen

Seit 1998 in Betrieb: Die Göttinger Lokhalle liegt nur wenige Meter vom Göttinger Hauptbahnhof entfernt. Foto: Ludwig

Kassel. In Kassel wird seit Jahren über eine neue Multifunktionhalle diskutiert. Mehrere Anläufe sind gescheitert.

Aktuell ist der Kasseler Hotelier Herbert Aukam dabei, eine Halle für bis zu 10.000 Besucher auf seinem Grundstück neben dem ehemaligen Kinderkrankenhaus Park Schönfeld zu planen (HNA berichtete). Eine Machbarkeitsstudie wurde beauftragt. Göttingen ist in der Hinsicht schon weiter: Dort wurde 1998 die Lokhalle eröffnet, deren Erfolg von Jahr zu Jahr wächst.

Nach jetzt neu vorgestellten Zahlen hat die Göttinger Lokhalle im vergangenen Jahr für eine Wertschöpfung von 24,1 Mio. Euro gesorgt. 15 Mio. Euro von dieser Summe seien in der Region Göttingen geblieben, so Michael Karutz, Projektleiter des Beratungsunternehmens Cima, das bereits mehrfach die wirtschaftlichen Effekte der Lokhalle untersucht hatte. Die restliche Summe sei etwa bei bundesweiten Messebauern und Agenturen verbucht worden.

Die Erfolgskurve zeigt nach oben: 2008 waren durch die Veranstaltungstätigkeit in der Lokhalle nur etwa 12,7 Mio. Euro bei Firmen in Göttingen gelandet. Damals fanden dort 68 Veranstaltungen im Jahr statt, 2014 waren es bereits 83 mit insgesamt 186.000 Gästen. Den Großteil der Veranstaltungen bilden die Konzerte und Comedyveranstaltungen: 2014 waren es 34. In der Vergangenheit fanden dank der Lokhalle auch Fernsehaufzeichnungen wie „Wetten, dass ...?“ oder der „Bundesvision Song Contest“ in Göttingen statt.

Profiteure sind neben der Lokhalle selbst die Hotellerie, die Gastronomie, der Messebau und der Einzelhandel. 23.900 Hotelübernachtungen wurden aufgrund von Messen und Veranstaltungen in der Lokhalle zusätzlich in Göttingen gezählt. 4,9 Mio. Euro betrugen die daraus resultierenden Einnahmen im Bereich Übernachtung und Beherbergung. Im Einzelhandel sind es zwei Mio. Euro extra.

„162 Arbeitsplätze können durch den Betrieb der Lokhalle allein in Göttingen gesichert werden“, so Karutz. Für den wirtschaftlichen Erfolg der Veranstaltungshalle sorgten aber nicht in erster Linie die dort stattfindenden Konzerte, Shows und Sportveranstaltungen (Basketball), sondern der Messebetrieb sowie die Firmenveranstaltungen. Genau in diesem Bereich ist Kassel allerdings bereits gut aufgestellt.

Für ihre Arbeit wurde die Lokhalle in diesem Jahr unter 400 Bewerbern ausgewählt und mit dem „Location Award 2015“ ausgezeichnet. Von dieser Ehrung versprechen sich die Hausherren zusätzliche Buchungen.

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