Höchstes wurde einst abgetragen

Die Kasseler Riesen: In der Stadt gibt es 51 Hochhäuser

Klicken Sie bitte oben rechts auf das Bild, um die Grafik in voller Größe zu sehen.

Kassel. 1968 wuchsen unweit der Martinskirche zwei 50 Meter hohe Türme empor. Die Betonbauten an der Unteren Königsstraße waren die Vorboten des mit 55,4 Metern Höhe bis heute höchsten Wohnhauses der Stadt.

Das Gebäude, das wegen des Sterns auf dem Dach als „Mercedes-Hochhaus“ bekannt ist, wurde von drei Frankfurter Privatleuten errichtet.

Lesen Sie auch:

GWH käuft das höchste Wohnhaus der Stadt

Dass das Haus mit dem Stern bis heute das höchste Wohnhaus Kassels ist, hat es einem Teilabriss an der Mönchebergstraße zu verdanken. Dort war von 1971 bis 1974 gegenüber dem Klinikum ein 60 Meter hohes Wohnhaus für 256 Mietparteien entstanden, das aber schon 1988 um acht Stockwerke gekappt wurde. Zu viele Wohnungen hatten im „Blauen Palais“, wie das Haus ironischerweise wegen seiner Farbe genannt wurde, leer gestanden.

1968: Die Türme des Mercedes-Hauses, in denen sich die Fahrstuhlschächte und Treppenhäuser befinden, waren an der Unteren Königsstraße bereits zu sehen. Archivbild: Lengemann

Insgesamt gibt es heute 51 Immobilien in Kassel, die als Hochhaus gelten. Als solches gilt ein Gebäude, wenn der Fußboden in der obersten Etage über 22 Meter vom Boden entfernt ist. Das erste Kasseler Hochhaus wurde 1951 an der Terrasse / Ecke Sophienstraße gebaut. Architekt war Paul Bode, der Bruder des documenta-Gründers Arnold Bode. Die Mieten in dem zehnstöckigen Wohnungsbau, der bis heute steht, lagen damals zwischen 45 und 67 DM.

Das zweite Hochhaus der Stadt war das ab 1954 gebaute EAM-Hochhaus an der Treppenstraße, das 35 Meter hoch ist. Ein Jahr später folgte das Wohnhochhaus an der Goethestraße 15 (36 Meter), das auch Bode entworfen hatte.

1957 baute Wintershall sein 46 Meter hohes Verwaltungsgebäude an der Friedrich-Ebert-Straße und unsere Zeitung kürte Kassels neues höchstes Haus. Diesen Titel hatten Neubauten in diesen Jahren nie lange – bis das Mercedes-Haus 1969 neue Maßstäbe setzte.

In einer anderen Liga spielen ohnehin die Kirchen: So gilt der Turm der Lutherkirche mit 76 Metern bis heute gemeinhin als höchstes Bauwerk der Stadt – denn die Doppeltürme der Martinskirche bringen es nur auf 69 Meter. Allerdings werden beide Kirchen vom Kraftwerk an der Dennhäuser Straße überragt, dessen Schornstein in 109 Metern Höhe die Abgase ausstößt.

Außerhalb des Stadtgebiets geht es mit dem Fernmeldeturm Habichtswald und den Windrädern in der Söhre ohnehin viel höher hinaus.

Top 3 Wohnhäuser

1. Mercedes-Hochhaus (Untere Königsstraße): 55,4 Meter

2: GWG-Hochhaus (Hinter dem Fasanenhof 1h): 51,6 Meter

3. GWH-Hochhäuser (Heinrich-Plett-Str. 21 u. 67): je 48 Meter

Weitere Hochbauten:

Augustinum (44,4 Meter), Hochhaus am Wehlheider Platz (45,1 Meter), „Brandkasse“-Hochhaus (Kölnische Str., 50 Meter), „Victoria“-Hochhaus am Rathaus (42 Meter), Arbeitsagentur (47 Meter), Wintershall-Hochhaus (46 Meter), Hauptpost (35 Meter), EAM-Hochhaus (35 Meter), Versorgungsamt (Frankfurter Str. (33 Meter).

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.