Branche begründet Phänomen mit Lieferwegen und Wettbewerb

Kasseler zahlen mit die höchsten Benzinpreise

Kassel. Die Autofahrer werden an den Kasseler Tankstellen stärker zur Kasse gebeten als anderswo.

Dies geht aus einem Vergleich des Spritpreis-Portals clever-tanken.de hervor, das offizielle Zahlen der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe auswertet. Nach diesen Daten ist Kassel in der Gruppe der 100 größten deutschen Städte eine der fünf teuersten.

Mit einem durchschnittlichen Preis von 1,33 Euro für Super und 1,12 Euro für Diesel lagen die Kasseler Preise in den vergangenen Tagen am obersten Ende der Preisskala. Nur in Konstanz, Trier und Frankfurt (Oder) war der Sprit noch teurer. In Regensburg etwa zahlen Autofahrer im Schnitt acht Cent weniger für den Liter Super, beim Diesel sogar elf Cent weniger.

Das Phänomen ist nicht neu. Nach Auskunft von Dirk Lassen-Beck, Geschäftsführer des Kasseler Mineralölhandels Albert Beck, hat es mit der Lage Kassels zu tun. „Wir liegen zwar in der Mitte Deutschlands, aber weit entfernt von Raffinerien“, sagt Lassen-Beck, dessen Firma selbst auch Tankstellen in Kassel betreibt. Der Großteil der Kasseler Tankstellen werde von Raffinerien im Ruhrgebiet versorgt. Einige auch aus dem sachsen-anhaltinischen Leuna. Die Kosten für die Anlieferung per Lkw machten sich an den Zapfsäulen bemerkbar. In Hamburg oder in den Städten am Rhein, die per Schiff beliefert werden können, sei der Sprit in der Regel billiger.

Aus Sicht von Detlef Brandenburg, Pressesprecher von Aral, ist in erster Linie der lokale Wettwerb der Tankstellen entscheidend für das Preisniveau. Gebe es etwa viele freie Tankstellen in einer Stadt, die mit niedrigen Preisen lockten, zögen die anderen nach. Die Lage einer Stadt spiele eine marginale Rolle.

Rubriklistenbild: © dpa

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