Vöner statt Döner

Kasselerin eröffnet den ersten veganen Grillimbiss der Stadt

Gut gelaunte Gastronomin: Anne Bringmann öffnet an der Holländischen Straße 82 Kassels erste vegane Dönerbude. Foto: Koch

Kassel. In Berlin und Leipzig gibt es ihn schon: Den Vöner – eine vegane Dönerbude. Nun kommt das Konzept nach Kassel. An der Holländischen Straße 82 eröffnet Anne Bringmann am Samstag ihren Grill-Imbiss, der ganz ohne Fleisch und sonstige tierische Produkte auskommt.

Aktualisiert um 20.25 Uhr

Das Lokal trägt den Namen „Zum glücklichen Bergschweinchen“. Die Idee kam der Gastronomin schon vor drei Jahren. Nun hatte sie dafür die passende Immobilie gefunden. Die 44-Jährige betreibt an der Holländischen Straße eine Kneipe und entdeckte, dass der türkische Imbiss in ihrer Nachbarschaft das Geschäft aufgegeben hatte. Der Laden stand leer, aber das Inventar konnte sie übernehmen.

Also stellte sie einen Kontakt zu dem Berliner Hersteller des Vöners her, der sie nun beliefert. Der Vöner sieht aus wie ein Fleischspieß, wird auch so vom Grill ins Fladenbrot geschnitten, besteht aber aus Seitan (Weizeneiweiß mit fleischähnlicher Konsistenz), Sojaschrot und Gewürzen.

Fleischlos auf Türkisch

• vegetarisch - vejetaryen

• Vegetarier - etyemez

• vegetarisch lebend - sebzelerden yasayan

Neben der fleischlosen Variante des türkischen Exportschlagers biete sie in ihrem veganen Imbiss aber auch Burger mit Gemüsebratlingen, Salate und Pommes an, sagt Bringmann.

Mit ihrem Imbiss wolle sie nicht nur Studenten ansprechen, von denen viele in der Nordstadt leben. „Ich wollte etwas für alle Kasseler machen“, sagt die Gastronomin. Viele würden glauben, ihr Lokal sei früher das Internetcafé von Halit Yozgat gewesen, in dem dieser 2006 von der NSU-Terrorzelle ermordet wurde. Das Café sei aber nebenan gewesen. „Sonst hätte ich hier meinen Imbiss auch nicht eröffnet“, sagt Bringmann.

Am Samstag öffnen sich die Türen erstmals um 12 Uhr. Bis dahin hat Bringmann noch mit der Einrichtung des Imbiss zu tun. Anschließend solle montags bis freitags von 12 bis 22 Uhr und am Wochenende von 13 bis 0 Uhr geöffnet sein. Am Dienstag ist Ruhetag.

Von Bastian Ludwig

Wir wollten von anderen Betreibern türkischer Dönerbuden in Kassel wissen, wie sie die Chancen für einen Grill einschätzen, der nur vegane Speisen anbietet:

• Ferhad Ismail vom „Alanya-Eck“ (Frankfurter Straße 89) bietet neben dem Fleisch vom Spieß vegetarische und vegane türkische Gerichte an: Etwa Börek ohne Käse, Lahmacun ohne Gehacktes und Falafel mit Tomatensauce. „Die Nachfrage ist größer als gedacht. Auch wegen unserer Nähe zur Kunsthochschule.“

• Moussa Remmo, Inhaber des „Anadolu“ (Fünffensterstraße 7), sagt, dass etwa 20 Prozent seiner Kunden vegetarische Speisen bestellten. „Der Verkauf rein veganer Gerichte macht aber nur etwa fünf Prozent unseres Geschäfts aus.“ Der oft verwendete Begriff „vegetarischer Döner“ sei falsch. Döner bezeichne das Fleischgericht. Es müsse also vegetarische Tasche oder Sandwich heißen.

• Gülay Reyhan von „Isa’s Auegrill“ (Frankfurter Straße 77c) bietet auch Fladenbrot mit Käse oder Falafel (Bällchen aus Kichererbsen) an. Die meisten Kunden würden aber den klassischen Döner mit Fleisch bestellen. (bal)

 

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