Kassels Einzelhändler bisher zufrieden

Geschenke-Endspurt: Volle City, gutes Einkaufswetter, Kassen im Dauerbetrieb

Viel Betrieb auf der Königsstraße: Pascal Knauf und Pia Lüdeke waren am Samstag bereits fündig geworden auf ihrer Suche nach Weihachtsgeschenken.

Kassel. Eine dicht bevölkerte Innenstadt, günstiges Einkaufswetter und Ladenkassen im Nonstop-Betrieb: Der dritte Adventssamstag, der als wichtigster und umsatzstärkster Tag im Vorweihnachtsgeschäft gilt, hat aus Sicht des Kasseler Einzelhandels die Erwartungen voll erfüllt.

Von einer „sensationellen Kundenfrequenz“ sprach beispielsweise Geschäftsleiterin Brigitte Kritzner von der Galeria Kaufhof. Nach bisherigem Stand rechnet sie mit höheren Umsätzen im Weihnachtsgeschäft als im Vorjahr. Im Kundentrubel des Kaufhauses waren laut Kritzner am Samstag über 200 Mitarbeiter im Einsatz. Das sei gegenüber der Normalbesetzung etwa ein Drittel mehr Personal.

Für ganz Hessen erwarte der Einzelhandel allein im Weihnachtsgeschäft Umsätze von 7,8 Milliarden Euro und gehe von einem stärkeren Umsatzplus aus als im Vorjahreszeitraum, sagte Geschäftsführer Martin Schüller vom Einzelhandelsverband Hessen-Nord. Aufs ganze Jahr gesehen werde Hessens Einzelhandel seine Umsätze laut Prognose um 2,7 Prozent steigern. Basis dafür sei eine recht gute Stimmung bei den Verbrauchern: Das allgemeine Konsumklima stelle sich positiv dar, speziell in der Region sei die Beschäftigungslage gut und die Arbeitslosigkeit gering. Die wirtschaftliche Stabilität Nordhessens hänge inzwischen nicht mehr so sehr von einzelnen Großunternehmen ab, meinte Schüller: Während es derzeit etwa Sorgen bei Volkswagen in Baunatal gebe, habe sich andererseits SMA wieder erfolgreich aus der Krise gearbeitet.

Für den Einzelhandel ist das Vorweihnachtsgeschäft ausgesprochen wichtig, denn dann werden etwa 15 Prozent des Jahresumsatzes gemacht. In einzelnen Branchen liegt diese Quote deutlich höher: Buchhändler verdienen rund 25, Spielwarenhändler knapp 30 Prozent ihrer Jahreseinkünfte in den Adventswochen.

Weihnachtspäckchen im Akkord: Nabie Hasanova (von links), Bettina Schäfer, Julia Beresch und Sooyun Kim arbeiteten am Samstag am Einpackservice-Stand auf der 2. Etage der Galeria Kaufhof. Fotos:  Schachtschneider

Dieses Jahr seien Spielwaren allerdings bereits seit Monaten sehr gut gelaufen, berichtet Schüller übereinstimmend mit Janett Flemming, Abteilungsleiterin für Spielwaren in der Galeria Kaufhof. Ein Hauptgrund: Seit Anfang September sind ungezählte Spiel- und Fan- Artikel zum neuen „Star Wars“-Film (Kinostart: 17. Dezember) erhältlich. Bis in die Regale von Aldi oder Rewe reicht dieses weltweit beispiellose Milliardengeschäft mit begleitenden Merchandising-Artikeln, die nahezu jedes Kind haben will.

Neben Star Wars und andere Film-Begleitprodukten wie den Minions oder Disneys „Eiskönigin“ stünden aber Spielfiguren-Klassiker wie Playmobil und Schleich-Tiere weiterhin stabil oben in der Kindergunst, sagte Janett Flemming: „Und auch Gesellschaftsspiele für die ganze Familie werden nach wie vor gern gekauft.“

Nach einer Umfrage des Einzelhandels-Dachverbandes HDE unter mehr als 46.000 Konsumenten will jeder Deutsche im Schnitt 460 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben - die Hessen sogar noch 30 Euro mehr.

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