Die Frist endet am Samstag: Kauft Dennis Rossing die Kasseler Eishalle?

SimonKimm

Kassel. Kauft Dennis Rossing die Kasseler Eishalle und baut sie für 14 Millionen Euro zu einer Veranstaltungsarena um? Am Samstag läuft die Frist ab, in der der Unternehmer vom Kaufvertrag mit Eigentümer Simon Kimm zurücktreten kann.

Hans-Uwe Schultze, Architekt Rossings, sagt, dass der Projektentwickler nicht von dem Vertrag zurücktreten wird - also die Eishalle übernimmt und den Spielort für die Kassel Huskies sichert.

Simon Kimm, noch Eigentümer der 35 Jahre alten Halle, sieht die Dinge allerdings etwas anders: „Herr Rossing hat uns ein Angebot zur Übernahme der Halle gemacht, das aber nicht akzeptabel ist“, sagte Kimm am Freitag. Die für ihn überraschende neue Offerte sei keine Basis für ein Geschäft, sagte Kimm. Er poche auf die Umsetzung einer alten Vereinbarung. Nach HNA-Recherchen war darin ein Kaufpreis von rund fünf Millionen Euro vereinbart gewesen. Ob es nun weitere Verhandlungen geben werde, wisse er nicht, sagte Kimm. „Herr Rossing ist am Zug.“

Pokert Kimm? Oder pokert Rossing? Architekt Schultze, auch Berater und Sprecher Rossings, beantwortet diese Frage nicht. Aus seiner Sicht ist auch alles klar: „Herr Rossing hat von seiner Rückzugsmöglichkeit keinen Gebrauch gemacht. Damit gilt der alte Vertrag. Die Juristen beider Parteien verhandeln jetzt nur noch über Details.“

Dennis Rossing hat für nächsten Mittwoch zu einer Pressekonferenz eingeladen. Als Gesprächspartner sind neben ihm Hans-Uwe Schultze und Kassels Baudezernent Christof Nolda angekündigt. Ein Thema wird die Eissporthalle sein. Das könnte darauf hindeuten, dass Rossing seiner Sache sicher ist. Auf der Internetseite Schultzes sind zwei Außenansichten der Eishalle zu sehen - nach der Modernisierung. Die Pläne tragen den Titel „Umbau und Erweiterung Eissporthalle zur Multifunktionshalle Kassel, 2012“. Auch das spricht für die Version Rossings.

Das Salzmann-Areal ist ebenfalls Thema der Pressekonferenz. Das Industriedenkmal gehört Rossing. Er will es zu einem Technischen Rathaus umbauen, das die Stadt für 25 Jahre mieten soll. Im Gegenzug, so hatte der Unternehmer aus Bad Hersfeld gesagt, kaufe und saniere er die Eissporthalle - ein wirtschaftlicher Betrieb einer solchen Veranstaltungsarena könnte angesichts der Kosten aber schwierig werden. Salzmann und Eishalle können vertraglich auch nicht miteinander verknüpft werden.

Kimm sagt, es gebe auch andere Kaufinteressenten für die Halle - wenn er bis Oktober keine Klarheit über einen Verkauf habe, werde er den Vertrag zur Hallennutzung durch die Huskies „mit Ablauf April 2013 aufkündigen“.

Offenbar wird hinter den Kulissen tatsächlich noch gepokert - nächste Woche wissen die Huskies-Fans mehr.

Von Gerald Schaumburg und Uli Hagemeier

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