Kein Lindenberg im Auestadion

Nach Hessentags-Erfolg: Keine Open-Air-Konzerte für Kassel geplant

Im Kasseler Auestadion wird er im kommenden Jahr nicht auftreten, dafür aber in Hannover und Frankfurt: Udo Lindenberg. Das Foto entstand zum Tourneeauftakt Anfang Juni in der Esprit-Arena in Düsseldorf. Foto: dpa

Kassel. Helene Fischer, David Garrett, Unheilig und die Toten Hosen: Anlässlich des Hessentags im vergangenen Jahr gab es einige Open-Air-Konzerten im Auestadion. Wer gedacht hat, dies sei nur der Auftakt für eine neue Open-Air-Ära, wurde bislang enttäuscht. In diesem Jahr wird kein Open-Air-Konzert im Auestadion stattfinden.

„Von sich aus hat keine Agentur bei uns angefragt“, sagt Angelika Hüppe, Geschäftsführerin von Kassel Marketing. Man arbeite derzeit an einem Konzept, um für das Auestadion als Veranstaltungsort zu werben. Dieses Konzept solle dann bundesweit an Konzertveranstalter verschickt werden.

Der hiesige Konzertveranstalter Uwe Vater, Geschäftsführer von MM-Konzerte, vertritt die Ansicht, dass man sich diese Arbeit sparen kann. Den großen Veranstaltern sei das Auestadion längst bekannt – spätestens seit dem Hessentag. Dass hier dennoch keine Konzerte stattfinden, erklärt er mit dem Standort. „Kassel ist nach wie vor schwierig.“ Erst kürzlich habe er angefragt, ob Udo Lindenberg nächstes Jahr im Auestadion auftreten könne. Vater bekam eine Absage. Grund: Lindenberg plane Konzerte in Hannover und Frankfurt. Damit sich ein Konzert im Auestadion wirtschaftlich rechne, müsse man mindestens 20 000 bis 25 000 Zuschauer haben.

„Darunter muss man gar nicht anfangen. Am besten gleich ein Doppelkonzert, zwei Tage hintereinander“, sagt Vater. Die Kosten (der Rasen muss zum Beispiel abgedeckt und Stromaggregate müssten aufgestellt werden) seien ansonsten zu hoch.

Kosten in Hunderttausende

Das sagt auch Kassel-Marketing-Chefin Hüppe. Die Kosten gingen in die Hunderttausende. Nichtsdestotrotz hofft Hüppe, dass es künftig zwei bis drei Konzerttermine im Sommer im Auestadion geben wird.

Auch in der benachbarten Eissporthalle, wo früher Stars wie Joe Cocker, Bryan Adams, André Rieu oder die Back Street Boys auftraten, herrscht derzeit Stille. Das letzte größere Konzert gab es im Jahr 2011 mit Herbert Grönemeyer vor 7000 Zuschauern.

Eine Veranstaltung mit dem Hundetrainer und Buchautor Martin Rütter verlegte MM-Konzerte erst kürzlich in die Rothenbachhalle. Grund: Die Stadt hatte den Auftritt in der Eissporthalle untersagt, weil dort nicht alle Sicherheitsauflagen erfüllt waren.

Weil man bei MM-Konzerte nicht weiß, wann Veranstaltungen in der Eissporthalle wieder durch die Stadt genehmigt werden, plane man für das kommende Jahr gleich mit der Rothenbachhalle. Im März wird es eine Show mit Atze Schröder geben, für Dezember 2015 hat sich Martin Rütter erneut angesagt.

„Aufträge vergeben“

Eissporthallen-Eigentümerin Edith Kimm (Kasseler Sportstätten KG) erklärte am Dienstag auf Anfrage der HNA, dass künftig wieder Konzerte in der Eissporthalle stattfinden sollen. „Wir werden die Halle restaurieren und modernisieren. Die Aufträge sind bereits alle vergeben.“

Von Ulrike Pflüger-Scherb

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.