Genossenschaft: 225 Anteile gezeichnet

Alte Drogerie in Kirchditmold: Bürger bieten mit

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Die ehemalige „Zentgrafen Drogerie“ im ältesten Gebäude im Stadtteil Kirchditmold, das 1689 als Sitz des Oberförsters errichtet wurde. Das Werbeschild für 4711-Kölnisch-Wasser (rechts im Bild) ist abgebaut und verkauft worden.

Kassel. Die von Kirchditmolder Bürgern für den Erhalt der alten Zentgrafen-Drogerie initiierte Genossenschaft ist gut aus den Startlöchern gekommen.

Wie die Mitinitiatorin Annette Ulbricht jetzt mitteilte, haben bereits 225 Mitglieder Anteile gezeichnet.

„Die Beträge liegen zwischen 50 und mehreren Tausend Euro“, so die Sprecherin der Bürger-Genossenschaft während der Ortsbeiratssitzung. Man verfolge weiterhin das Ziel, das Geld für den Erwerb und die Sanierung der unter Denkmalschutz stehenden Immobilie einzusetzen, sagte Annette Ulbricht.

Die Sprecherin berichtete auch über die Beteiligung der Genossenschaft am schriftlichen Bieterverfahren, das unter der Regie des Kasseler Insolvenzverwalters Dr. Carsten Prall bereits mehrere Runden durchlaufen habe und noch nicht abgeschlossen sei.

Der Zuschnitt sei jetzt geändert worden, im Verfahren seien Einzelgebote für die Drogerie und für ein daneben liegendes bebaubares Grundstück (1600 qm) oder Offerten für Beides möglich. „Wir bieten weiter mit“, sagte Annette Ulbricht, die auch im Bürger- und Heimatverein aktiv ist.

Die zuletzt als „Zentgrafen Drogerie“ genutzte Immobilie bietet auf zwei Etagen gut 220 Quadratmeter Platz. Das älteste Haus im Stadtteil Kirchditmold steht seit dem Tod des im Sommer verstorbenen letzten Eigentümers Holger Engelmohr leer. Der Verkaufsraum ist allerdings noch bis unter die Decke mit Drogerieartikeln gefüllt. Die Genossenschaftsgründer befürchten, dass das wertvolle Gebäude einem Investorenprojekt zum Opfer fallen könnte.

Der Heimat- und Geschichtsverein hat ein Interesse daran, den Nachlass des Drogisten und Sammlers Engelmohr im Hinblick auf historische Fotos und Dokumente zu sichten.

Mit der 4711-Werbung für Kölnisch Wasser am Gebäude ist kürzlich allerdings ein erstes geschichtlich wertvolles Element abmontiert und verkauft worden. Das sei ein Wermutstropfen: „Wir wollen das Schild zurückkaufen“, kündigte Annette Ulbricht für die Genossenschaft an.

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