Annika Sternberg aus Kirchditmold stellt 3D-Kuchen her

Essbare Kunstwerke: Kasselerin macht aufwändige Motiv-Torten

Dreistöckiges Kunstwerk: An der klassischen Hochzeitstorte mit den haltbaren Rosen aus Zuckermasse hat Annika Sternberg insgesamt 25 Stunden gearbeitet. Fotos: Wienecke

Kirchditmold. Die Geburtstagstorte für die Kollegin, die gern verreist, sieht wie ein Koffer aus. Für ihre Familie und Freunde stellt Annika Sternberg essbare Kunstwerke her.

Die Torten haben dabei immer einen persönlichen Bezug. Der Eiffelturm und ein filigraner Schuh verzieren so die Verlobungstorte für die Freundin, die ihren Heiratsantrag in Paris erhielt. „Früher habe ich getöpfert. Aber wo will man denn mit all den Sachen hin?“, sagt sie.

Als sich ihre inzwischen neun Jahre alte Tochter Paula vor fünf Jahren ein rosafarbenes Prinzessinnen-Schloss in Tortenform wünschte und ihr Sohn Yannik (12) sie um eine schwarze Torte zum Kinofilm „Krieg der Sterne“ bat, machte sich die 37-Jährige mit dem Backen und Dekorieren von Motiv-Torten und 3-D-Torten vertraut. „Ich habe viel recherchiert und mir alles selbst beigebracht“, berichtet die Krankenschwester, die seit 15 Jahren im Schichtdienst im Krankenhaus der Justizvollzugsanstalt (JVA) arbeitet.

Auch die Figuren, die ihre Motivtorten zieren, fertigt Annika Sternberg mit großer Sorgfalt an. Einen Bauernhof mit Stall und Tieren hat sie unter anderem bereits aus Zuckermasse modelliert. Besonders schön sind die Rosen, deren Blütenblätter einzeln hergestellt und um einen Holzspieß drapiert werden. Insgesamt 25 Stunden Arbeit stecken daher in einer dreistöckigen Hochzeitstorte mit einer Kaskade aus Blüten. „Die Herstellung ist meine Form der Meditation“, sagt Annika Sternberg. „Ich mag den süßlichen Geruch bei der Arbeit“, ergänzt sie.

Gefüllt werden die Tortenböden beispielsweise mit Mascarpone-Himbeer-Creme oder Schokoladencreme mit Smarties, die beim Anschneiden herauspurzeln. Sogar die Zuckerspitze (Magic Decor), die als Borte dient, wird aus Eiweiß und einem Bindemittel selbst hergestellt.

Ein von @frolleinpuderzucker gepostetes Foto am

„Meine Kinder sind meine größten Fans und Kritiker“, verrät Annika Sternberg, die selbst gern Süßes isst. „Manchmal darf ich meine Torten zunächst nicht anschneiden, weil so viel Arbeit drinsteckt und sie so schön sind“, berichtet sie.

Tipp: Die Ganache glättet die Torte

Bevor Annika Sternberg eine Torte modelliert, die beispielsweise die Form eines Koffers hat, fertigt sie meist eine Skizze an. Dass die Torten außen so glatt und exakt aussehen, liegt an der Ganache, einer Creme aus gekochter Sahne und Schokolade, die aufgetragen wird, bevor der Fondant (die Zuckermasse, die die Torte umhüllt) aufgelegt wird. Damit die Füllung nicht auf die Zuckerumhüllung trifft und sie auflöst, ist es ratsam, die Torte ganz einzupacken. Dafür sorgt ein weiterer Boden, der die Torte seitlich umfasst.

Mehr Fotos von Torten von Annika Sternberg gibt es auf Instagram.

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