Es dauerte mehrere Stunden, bis die Lage geklärt war

Gasalarm am Frasenweg: Bewohner derzeit ohne Warmwasser

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Derzeit ohne Gasanschluss: In diesem Haus am unteren Frasenweg haben die Bewohner am Freitagabend Gas gerochen. Messungen ergaben, dass die Leitungen undicht sind.

Kassel. Einen aufregenden Freitagabend hatten die Bewohner eines Mehrfamilienhauses am Frasenweg. Wegen eines Gasalarms mussten Feuerwehr und Städtische Werke anrücken.

Nachdem sie Gasgeruch wahrgenommen haben, dauerte es mehrere Stunden, bis die Lage geklärt war. Nun sind sie vorübergehend ohne Warmwasser und Heizung.

Gas in der Luft 

Die Bewohner informierten zunächst den Notdienst ihres Vermieters. Vonovia ist das Nachfolgeunternehmen der Deutschen Annington und Deutschlands größte Wohnungsgesellschaft. Laut Tobias Brämer, ein Nachbar aus dem Rötheweg, erfolgte der erste Anruf bereits um 20 Uhr. Der Rettungssanitäter ist ein sogenannter Urban Explorer, der in seiner Freizeit verlassene Orte wie Industrieruinen erkundet. Deshalb hat er ein Messgerät, mit dem er das Gas in der Raumluft feststellte. Brämer kritisiert, dass der Notdienst den Bewohner keine Verhaltensregeln gegeben habe: „Es kann nicht angehen, dass keine Informationen gegeben werden. Es kennt sich ja nicht jeder so aus, was in einem solchen Fall zu tun ist.“

Laut Vonovia-Pressesprecherin Bettina Benner ging der Alarm erst um 20.40 Uhr ein. Darauf sei sofort eine Fachfirma in Marsch gesetzt worden. Der Techniker steckte jedoch laut Benner im Stau, sodass er erst um 22.30 Uhr vor Ort war. Da hatten die Bewohner die Geduld verloren.

Keine erhöhte Gefahr 

Kurz vor 22 Uhr alarmierten die Bewohner die Berufsfeuerwehr, die wiederum den Gasversorger informierte. Der Löschzug konnte mit seinen Geräten jedoch keine Gaskonzentration in der Luft feststellen. Eine Gefahr für die Bewohner sei ausgeschlossen gewesen, heißt es vonseiten der Feuerwehr, und der Löschzug rückte wieder ab.

Anders verlief die Messung durch die Mitarbeiter der Städtischen Werke Netz + Service GmbH. Sie stellten mehrere Undichtigkeiten an Steigleitungen fest, berichtet Pressesprecherin Heidi Hamdad. Außerdem verbrennen mindestens drei Gasthermen in dem Haus mit sechs Wohnungen und aktuell fünf Mietparteien das Erdgas nicht vollständig, sodass es auch von dort in die Wohnräume gelangt.

Gasanschluss gesperrt 

Daraufhin haben die Städtischen Werke in Absprache mit dem Techniker der Vonovia das Haus vom Gasnetz getrennt, der Regler wurde ausgebaut. Zunächst müssen die Gaslecks gefunden und beseitigt werden, betont Hamdad. Erst wenn die Sicherheit gewährleistet ist, werde der Anschluss wieder freigeschaltet.

Letzte Prüfung im Herbst 

Woher die Undichtigkeiten kommen, müsse nun mit einer genauen Suche überprüft werden. Leitungen und Gasthermen seien erst im vergangenen Oktober kontrolliert worden, erklärt Vonovia-Sprecherin Benner und betont, dass natürlich alles unternommen werde, um die Sicherheit der Anlage wieder herzustellen - bis hin zum Austausch aller Gasleitungen.

Kein Warmwasser 

Damit könne leider erst am heutigen Montag begonnen werden, bedauert Benner. In der Zwischenzeit müssen die Bewohner ohne Heizung und Warmwasser auskommen. Auch etwaige Gasherde funktionieren nicht. Für diese Unannehmlichkeit bittet die Vonovia um Entschuldigung.

„Wir bedauern sehr, dass es für unsere Mieter diese Unannehmlichkeiten gegeben hat“, erklärte Benner gegenüber der HNA am Sonntag. Nachdem die Bewohner am Freitagabend wegen des Gasgeruchs Alarm geschlagen hatten, sei sofort eine Fachfirma beauftragt worden. Leider stand der Mitarbeiter im Stau, sodass die Anfahrt lange gedauert habe, bedauert Benner. „Deshalb war es völlig richtig, dass die Feuerwehr alarmiert wurde“, betont sie. Alle entstehenden Kosten übernehme natürlich Vonovia. Außerdem stellt die Pressesprecherin eine Mietminderung für die betroffenen Bewohner in Aussicht: „Wir kommen den Mietern selbstverständlich entgegen“, erklärte Benner.

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