Zur Rettung der Drogerie: Kirchditmolder gründen Genossenschaft

Das älteste Gebäude in Kirchditmold: Die ehemalige „Zentgrafen Drogerie“ wurde 1689 als Sitz des Oberförsters errichtet. Foto: Ludwig

Kirchditmold. Weil sie befürchten, dass ein 1689 erbautes Fachwerkhaus an der Zentgrafenstraße einem Investorenprojekt zum Opfer fällt, haben Kichditmolder Bürger die Gründung einer Genossenschaft beschlossen.

Das zuletzt als „Zentgrafen Drogerie“ genutzte Gebäude ist das älteste im Stadtteil und steht nach dem Tod des letzten Eigentümers seit dem Sommer leer. Der Insolvenzverwalter sucht einen Käufer für das denkmalgeschützte Haus.

Mehr zur Zentrgrafen-Drogerie gibt es im Regio-Wiki. 

Weil zu dem Haus ein attraktives Grundstück gehört, befürchten die Initiatoren der Genossenschaft den Abriss des Denkmals zugunsten eines Neubaus. Erstes Ziel der Genossen sei daher der Erwerb des 09Gebäudes, das kurzfristig meistbietend verkauft werden soll, so Mitinitiatorin Annette Ulbricht. Über Sanierung und Nutzung solle dann in einem zweiten Schritt mit den künftigen Genossenschaftsmitgliedern entschieden werden.

In Unterschriftenlisten und Gesprächen habe sich ein hohes Maß an Interesse am Erhalt des Gebäudes gezeigt, so Ulbricht. Daher hoffe die Initiative, dass viele Menschen in Kassel und insbesondere in Kirchditmold Geld zum Kauf der Immobilie zur Verfügung stellen. Wenn viele Menschen viele Anteile zu je 50 Euro erwerben, könne der Kauf gelingen. Größere Summen seien natürlich ebenso willkommen.

Es seien zwar noch Fragen zu klären, aber die Zeit dränge, teilen die Genossenschaftsgründer mit. Zu denen zählen neben Annette Ulbricht vom Kirchditmolder Bürger- und Heimatverein auch Britta Finger (Betriebswirtin), Paul Greim (Bücherei Verein Kirchditmold) und Mario Haack (Uni Kassel). Die Initiatoren haben zwar erste Ideen, wie das alte Gebäude künftig genutzt werden kann, aber darüber soll erst entschieden werden, wenn alle Genossen im Boot sind. Eine Idee ist studentisches Wohnen in den oberen Geschossen und eine geschäftlich-kulturelle Nutzung des Erdgeschosses. Denkbar wären ein Kulturcafé, eine Weinstube, ein Treffpunkt oder eine neue Drogerie.

Wer sich für den Erhalt des historischen Gebäudes an der Zentgrafenstraße 156 engagieren will, kann Anteile an der Genossenschaft erwerben. Das Geld diene ausschließlich dem Erwerb und Erhalt der Immobilie durch die Genossenschaft, so Ulbricht. Sollte der Kauf scheitern, erhielten die Geldgeber ihren Beitrag zurück, lediglich anteilig gemindert um eventuell entstandene Gründungskosten

• Auf dem Genossenschaftskonto bei der Kasseler Sparkasse (Empfänger: Zentgrafen Drogerie e.G. i.G., IBAN DE91 5205 0353 0001 1676 38, BIC HELADEF1KAS) sind Einzahlungen ab sofort möglich. Infos auf: www.kirchditmold.de unter dem Stichwort Zentgrafen Drogerie.

zentgrafendrogerie@kirchditmold.de

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