Sechs Parteien werben um Sitze im Ortsbeirat – alle lehnen Einschnitte beim öffentlichen Nahverkehr ab

Kommunalwahl 2016 in Kassel: Spitzenkandidaten aus Kirchditmold

Kirchditmold. Am 6. März sind Kommunalwahlen. Die Wähler in Kassel entscheiden über die Stadtverordnetenversammlung und wählen die 23 Ortsbeiräte. Wir stellen Spitzenkandidaten für die Ortsbeiräte und ihre Programme vor. Hier der Stadtteil Kirchditmold.

Für Kirchditmold (10.686 Einwohner) treten insgesamt sechs Parteien beziehungsweise Wählergruppen für den Ortsbeirat (11 Sitze) an. Hier einige ihrer Ziele:

CDU

• Bekämpfung von Leerständen im Stadtteil durch die Optimierung der Bedingungen für den Einzelhandel. Insbesondere für ältere Menschen müsse eine Nahversorgung gewährleistet sein

• Ausbau der Jugendarbeit, Unterstützung der Krippen, Kitas und Schulen

• Optimierung des Verkehrsflusses im Stadtteil und Schaffung von ausreichenden Parkplätzen, damit Einzelhandelsgeschäfte gut angefahren werden können

• Beibehaltung einer guten Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr

SPD

• Gestaltung des Ortskerns (mehr Begrünung und Sitzgelegenheiten im Freien)

• Veränderung der Haltestelle Teichstraße

• weitere Sicherung der Schulwege für Grundschulkinder und mehr Fußgängersicherheit unter den „Drei Brücken“

• Ausbau des Radwegenetzes vor Ort

• Keine Ausdünnung der KVG-Tramlinie 8 in den Abendstunden

Grüne

• Erhalt der Straßenbahnlinie 8 im bisherigen Takt und Umfang und ebenfalls der Buslinie 24. Das Gleisbett soll da wo es möglich ist begrünt werden

• Grundschule Kirchditmold zur Ganztagsschule mit Mittagessenangebot entwickeln. Die Schulwegsicherheit ist zu verbessern.

• Die Mergellstraße als Fahrradstraße einrichten

• Sichere Rad-und Fußwegeverbindung insbesondere im Bereich „Drei Brücken“ auf der Wolfhager Straße

FDP

• Erhalt der hohen Lebensqualität im Stadtteil Kirchditmold. Dazu gehört insbesondere eine gute Anbindung an den ÖPNV. Die geplante Linienreform der KVG sehen wir deshalb äußerst kritisch. Hier besteht die Gefahr, dass insbesondere ältere Menschen in ihrer Mobilität stark eingeschränkt werden.

• Verkehrssituation für Fußgänger an den „Drei Brücken“ muss entschärft werden.

• Schlüssiges Konzept muss entwickelt werden, damit im Ortskern keine weiteren Leerstände entstehen.

Kritische Bürger

• Wollen „eine neue Bescheidenheit“ in die Politik bringen. Nehmen keine Sitzungsgelder oder Aufwandsentschädigungen an. Eingespartes Geld soll zur Schuldenrückzahlung verwendet werden.

• Nur Neubauten genehmigen, die ins Ortsbild passen.

• Dauerbaustellen nur nach Absprache mit den Bewohnern der dann stärker belasteten Nebenstraßen.

• Wollen Ideen zur Einbruchs- und Vandalismusverhinderung einbringen.

Freie Wähler

• Wollen sich dem Problem des Leerstands vieler Ladenlokale im Stadtteil Kirchditmold annehmen.

• Fordern die Einrichtung eines Stadtteilmanagers, um eine ständige Koordination zwischen dem Stadtteil und der Stadt sicherzustellen

• KVG-Liniennetzreform grundsätzlich überarbeiten. Linie 8 darf nicht abends nur noch als Bus verkehren

• Der Umgang der Stadt Kassel mit den Vorschlägen und Beschlüssen der Ortsbeiräte gehört verbessert

Die Spitzenkandidaten der Parteien für den Ortsbeirat

SPD, Lars Ramdohr 

Ramdohr (37) ist 1978 in Kassel geboren und in Kirchditmold aufgewachsen. Er hat bei VW gelernt und arbeitet nun in der Qualitätssicherung als Technischer Sachbearbeiter. Seit 2015 ist Ramdohr Vorsitzender des Bürger- und Heimatverein Kirchditmold. Auch als Botschafter Kirchditmolds im Jahr 2013 zum 1100 Kasseler Stadtgeburtstag engagierte er sich. Ramdohr ist geschieden.

CDU, Martin Weber

Martin Weber lebt seit seiner Geburt im Kasseler Stadtteil Kirchditmold, ist verheiratet und hat 3 Töchter. Der 62-jährige Brandschutzbeamte im Ruhestand ist seit dem Jahr 2001 Mitglied im Ortsbeirat Kirchditmold, zwischenzeitlich stand er auch als stellvertretender Ortsvorsteher mit an der Spitze des Beirats. Darüber hinaus engagiert sich Martin Weber ehrenamtlich im Bürger- und Heimatverein Kirchditmold. In seiner Freizeit fährt Martin Weber leidenschaftlich gern Ski und genießt die Berge und hat viel Freude an der Arbeit im Garten.

FDP, Aaron Brück

Aaron Brück (25) ist ledig und wohnt seit einem Jahr im Stadtteil Kirchditmold. Als selbstständiger Unternehmer motiviert er, zusammen mit einem Team, andere Menschen, eine Kaufentscheidung zu treffen. Aaron Brück ist beruflich als Fachmann in den Bereichen Marketing und Vertrieb engagiert. Gleichzeitig ist der 25-Jährige Mitglied der Jungen Liberalen in Kassel. Er freut sich, dass die Themen Gründerkultur und Existenzgründung bei vielen Menschen in der Stadt Kassel ein immer stärkeres Interesse hervorrufen würden.

Grüne, Elisabeth König

Seit 1982 lebt Elisabeth König im Kasseler Stadtteil Kirchditmold. Für die Grünen engagiert sich die 69-Jährige bereits seit insgesamt 15 Jahren im Ortsbeirat. Sie ist gelernte Krankenschwester und hat die letzten Berufsjahre als Referentin des Vorstandes des Kasseler Klinikonzerns Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) gearbeitet. Seit zwei Jahren ist Elisabeth König Rentnerin. Sie ist leidenschaftliche Radfahrerin, ohne ein eigene Auto. Elisabeth König ist verheiratet, hat drei erwachsene Kinder und inzwischen auch zwei Enkelinnen.

Kritische Brüger, Rolf Gredy-Wenzel  

Rolf Gredy-Wenzel (71) stammt aus Wetzlar an der Lahn. Er kam 1966 als junger Lehrer nach Kassel. Viele Jahre war er als Englisch- und Erdkundelehrer (Spitzname: „Der Atlaskönig“) tätig, zuletzt an der Luisenschule. Er ist verheiratet, hat zwei Töchter und vier Enkel. Gredy hat extra für die Ortsbeiratswahl mit „Kritische Bürger“ eine neue Partei gegründet.

Freie Wähler, Jörg Kleinke

Der 49-Jährige lebt mit Unterbrechungen seit 1968 in Kirchditmold. Er ist Lehrer für Klavier und Keyboard am Musikzentrum im Kutscherhaus, Mitinitiator des Bürgerentscheides für die Erhaltung der Bibliotheken in Kirchditmold, Fasanenhof und Bad Wilhelmshöhe und seit 2013 im Vorstand der Bücherei Kirchditmold. Kleinke ist ledig und hat einen Sohn.

Kandidaten für den Ortsbeirat

CDU 

Martin Weber, Geburtsjahr 1953, Brandschutzbeamter; Ekkehardt Klinkow, 1970, Jurist; Simone Weber, 1965, Sekretärin; Doralies Schrader von Groote, 1932, Hausfrau.

SPD 

Lars Ramdohr, 1978, Sachbearbeiter bei VW; Cirsten Baacke, 1964, Studienrätin; Karin Jansen-Masuch, 1951, Förderschullehrerin; Annemarie Belke-Herwig, 1956, freie Journalistin; Julian Steiner, 1986, Projektmanager; Klaus Petersen, 1950, Lehrer; Peter Faust, 1944, Rentner; Michael Wiedemann, 1951, Fotograf; Christiane Miehe, 1959, Rechtsanwältin.

Grüne 

Elisabeth König, 1947, Rentnerin; Jörg Heyen, 1960, Sozialpädagoge; Dr. Sabine Werner, 1964, Wiedereinstiegsberaterin; Peter Zierau, 1967, Verwaltungsbeamter; Ruth Fürsch, 1962, Heimleiterin; Eckhardt Wagner, 1951, pensionierter Lehrer; Joana Al-Samarraie, 1988, Studentin; Dr. Andreas Schulz, 1970, Lehrer; Eva Metz, 1963, Diplom-Ökotrophologin.

Kritische Bürger

Rolf Gredy-Wenzel, 1944, pensionierter Realschullehrer; Dorothea Helwig, 1949, Oberstudienrätin in Ruhestand; Kerstin Gredy-Marek, 1974, Hausfrau; Hedda Gredy-Wenzel, 1944, Lehrerin im Ruhestand.

Freie Wähler 
Jörg Kleinke, 1966, Musiklehrer; Paul Greim, 1957, Dipl. Ökonom; Ulrich Minotto, 1961, Rentner

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