Ortsbeirat Kirchditmold lehnt Busersatzverkehr ab

Widerstand gegen Diesel-Bus: Ärger um Liniennetz-Änderungen

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Umstieg von Bus auf Bahn: An der Haltestelle Teichstraße (Bild) wie auch am Umsteigepunkt Ahnatalstraße klappt er machnmal nicht, weil die Umsteigezeit knapp bemessen ist. Auf dem Foto konnten aber alle Fahrgäste vom Bus auf die Tram und umgekehrt wechseln.

Kirchditmold. Die Sitzung des Ortsbeirats Kirchditmold stand im Zeichen der Liniennetz-Änderungen der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG). Sie werde voraussichtlich im Herbst 2017 umgesetzt, und das sorgt für Ärger.

Der Ortsbeirat verlangt Korrekturen in den Plänen. Abgelehnt wird der vorgesehenen Busersatzverkehr auf der Straßenbahnlinie 8 zwischen Bebelplatz und Hessenschanze in den Morgenstunden von Samstag und Sonntag. Sei das nicht zu verhindern, solle die KVG wenigstens einen Elektobus einsetzen. Dieselbusse seien dreckig und laut, sagte Ortsvorsteherin Elisabeth König (Bündnis 90/Grüne). Er bezweifle, ob der Bus bei Schnee und Eis überhaupt zur Hessenschanze durchkomme, meinte ihr Stellvertreter Lars Ramdohr (SPD). Möller betonte, die KVG habe schon gegenüber ihren ursprüngliche Plänen, bei denen der Busersatzverkehr auch generell in den späten Abendstunden rollen solle, zurückgesteckt. Samstag- und Sonntagmorgen benutze nur eine Handvoll Leute die Straßenbahn, manchmal keiner. Da sei der Bus einfach wirtschaftlicher. Der Ortsbeirat wollte das nicht gelten lassen. Er bezweifelte, dass die KVG es schaffe, barrierefreie Ein- und Ausstiege für Busse an den Haltestellen herzustellen, die nur auf Bahnen ausgelegt sind. Möller widersprach.

Astrid Liebehenz

Es gab aber auch Lob für die Pläne der KVG, und zwar für die Anbindung des Stadtteils mit der neuen Buslinie 11 an das Einkaufszentrum dez und mit der Linie 12 an den Hauptfriedhof und das Klinikum. Rufe nach Korrekturen gab es dennoch: Die neue Buslinie 14 zur Innenstadt müsse auch außerhalb der Stoßverkehrszeiten in kurzem Takt fahren. Auch für die neue Linie 12 will das Gremium keine Einschränkungen der Fahrzeiten an Sonn- und Feiertagen akzeptieren. Diese Linie solle außerdem eine Schleife über Paul-Gerhard-Kirche und Fohlenäckerweg fahren, um in diesem Wohngebiet Laufwege zur Haltestelle zu verkürzen. Schließlich solle auch das Freibad Harleshausen öfter angefahren werden. Dort soll laut KVG nur der Bus 110 stoppen.

Aus dem Kreis der Besucher wurde mehrfach Kritik an den Umsteigemöglichkeiten von Bus auf Bahn laut. „Das Umsteigen an der Teichstraße ist eine Katastrophe. Die Busse sind unzuverlässig“, sagte Astrid Liebehenz. Ihr berufstätiger Sohn habe mehrfach Anschlüsse verpasst. Andere Bürger berichteten von ähnlichen Erfahrungen am Knotenpunkt Ahnatalstraße. Möller räumte Probleme ein. Die KVG wolle im neuen Netzplan das Umsteigen „entzerren“, auch wenn das einmal zwei Minuten längere Fahrzeiten bedeute.

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