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Nach Hitlergruß:  Neonazi aus Helsa muss ins Gefängnis

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Kassel. Für fünf Monate muss ein 26-jähriger Mann aus Helsa ins Gefängnis, weil er im Juni vergangenen Jahres auf der Gustav-Mahler Treppe in Kassel den verbotenen Hitlergruß gezeigt hatte.

Während des Hessentages war eine Studentin mit dem szenetypisch gekleideten Neonazi, der mit seiner heutigen Frau und einem kleinen Kind unterwegs war, aneinandergeraten.

Der Verurteilte hatte zunächst gegen den Fotoapparat der Frau geschlagen, wie er einräumte. Im Verlauf der Auseinandersetzung, ist Richterin Sabrina Müller-Krohe überzeugt, streckte der 26-Jährige seinen Arm zum Nazi-Gruß aus. Mehrere Polizisten eilten anschließend herbei, konnten vor dem Amtsgericht zur Tat an sich allerdings nichts sagen.

Aus Angst vor einem Racheakt aus der Neonazi-Szene wollten die Zeugin und ihr Begleiter zunächst ihre Personalien den Beamten nicht nennen. Vor Gericht sagten beide übereinstimmend aus, dass der Mann äußerst aggressiv aufgetreten sei, sie als „scheiß Zecken“ beleidigte und damit drohte, seine „Kameraden“ herbeizurufen. Selbst das Kind habe die Zeugen mit erhobener Faust beschimpft. Als „massiv bedrohlich“ schilderte die 24-jährige Studentin die Situation.

Er stand unter Bewährung

Der aus Halberstadt stammende Rechte ist indes der Justiz einschlägig bekannt: In Sachsen-Anhalt wurde er unter anderem wegen Körperverletzung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung verurteilt. Zum Tatzeitpunkt stand er zweifach unter Bewährung - wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Aufgrund eben dieser Straftat muss er nun für fünf Monate in Haft. Zudem kann er damit rechnen, dass er auch die zwei Bewährungsstrafen absitzen muss.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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