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Pettenkoferstraße: Knöllchen fürs Ausladen

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Zugeparkt: In der Pettenkoferstraße zwischen der Wilhelmshöher Allee und der Hansteinstraße haben Anwohner zum Ausladen von schweren Einkäufen oft nur die Möglichkeit, auf dem Bürgersteig zu parken. Dafür gibt’s aber Knöllchen. Foto: Konrad
Zugeparkt: In der Pettenkoferstraße zwischen der Wilhelmshöher Allee und der Hansteinstraße haben Anwohner zum Ausladen von schweren Einkäufen oft nur die Möglichkeit, auf dem Bürgersteig zu parken. Dafür gibt’s aber Knöllchen. © Konrad

Kassel. Seit 42 Jahren wohnen Karin und Hermann Harland im Haus Nummer 3. Beide sind über 70 Jahre alt. Zum Ausladen schwerer Einkäufe parken sie ihr Auto gelegentlich kurzzeitig auf einem Teil des Gehweges. Dafür haben sie jetzt zum wiederholten Mal ein Bußgeld in Höhe von 20 Euro kassiert.

Die Zufahrtsstraße zum Rot-Kreuz-Krankenhaus ist meistens nur auf einer Seite befahrbar, weil auf der anderen Autos parken.

Dass sie ihr Auto kurzzeitig im Halteverbot abstellen, wissen die Harlands. Aber: „Wir können schwere Einkäufe wie Getränkekisten nicht mehr über längere Strecken tragen“, sagt Hermann Harland (74). Und um den Verkehr nicht zu behindern, stellten sie das Auto eben halb auf dem Bürgersteig ab. Der sei breit genug, sodass auch genügend Platz für Fußgänger bleibe.

„Bisher war das nie ein Problem“, sagt Harland. Am meisten ärgert ihn, dass der Mitarbeiter des Ordnungsamtes, der ihm das Knöllchen verpasst hat, genau gesehen habe, dass er nur seine Einkäufe ausgeladen habe.

„Reine Abzocke“

Harland: „Das dauert doch nur ein paar Minuten.“ Anschließend habe er sein Auto weggefahren und woanders geparkt. „Das ist doch reine Abzocke“, findet der 74-Jährige. Im gleichen Haus wohne auch ein gehbehinderter Mann. „Wie soll es der denn machen?“, fragt Harland. Generell sei die Parksituation rund um das Rot-Kreuz-Krankenhaus gerade zu den Besuchszeiten eine Katastrophe. Laut der Stadt Kassel ist das Parken in dem Straßenabschnitt nur einseitig oder beidseitig versetzt möglich, weil sonst die Durchfahrtsbreite nicht ausreichen würde.

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Seit Jahren werde aber ausschließlich auf der Westseite geparkt. Durch die unmittelbare Nähe zum Krankenhaus sei der Parkdruck außerdem sehr hoch. „Die Ausweisung einer zusätzlichen Ladezone würde das Parkproblem für alle dortigen Bewohner nur verstärken“, sagt Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich und verweist auf die Kurzparkzone gegenüber dem Eingangsbereich des Rot-Kreuz-Krankhauses in der Hansteinstraße.

Hilfsmittel verwenden

Dort sei das Parken für eine Höchstdauer von zwei Stunden möglich. Daher seien in dieser Zone auch immer wieder freie Plätze vorhanden. Happel-Emrich: „Im innerstädtischen Bereich ist ein Parken / Halten im unmittelbaren Bereich der eigenen Wohnung aufgrund des üblichen Parkdrucks nicht zu gewährleisten.“

Gegebenenfalls müssten zum Transport von beispielsweise schweren Einkäufen Hilfsmittel verwendet werden. (mkx)

Von Mirko Konrad

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