Hebammen gestalteten Kreissaal mit

Kasseler Dr. Koch Geburtsklinik ist jetzt an der Herkulesstraße

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Freuen sich auf die neuen Räume an der Herkulesstraße: Die Hebammen Jessica Siebert (von links) und Sonja Balke verpacken gemeinsam einen Monitor für den sicheren Transport.

Kassel. Die Dr. Koch Geburtsklinik ist vom Kasseler Stadtteil Bettenhausen in neue Räume an der Herkulesstraße im Vorderen Westen gezogen.

Schwester Traudi hat Tränen in den Augen. Sie wendet sich kurz ab, sucht nach einem Taschentuch. Ihr fällt es sichtlich schwer, die Fassung zu wahren. „Das hier ist schon ein Stück Heimat“, sagt sie ein bisschen wehmütig. Traudi Grieger-Weihmann macht mit ihren Worten deutlich, dass die Dr. Koch Geburtsklinik in Bettenhausen für sie nicht einfach nur ein Arbeitsplatz ist. Hier weiß sie genau, wo was liegt. Routine gibt Sicherheit. Doch nun heißt es Abschied nehmen, von den gewohnte Räumlichkeiten in der Pfarrstraße: Die Klinik zieht um. 

Es wird kein gewöhnlicher Umzug sein. In einem der hellen Krankenzimmer sitzt Natalia Koch auf ihrem Bett. Die blonde Frau hat schützend den Arm um die Babytrage links neben sich gelegt. Darin ihre kleine Tochter Jana, gerade mal zwei Tage alt. Jana schläft friedlich, Mama Natalia wirkt ein bisschen aufgeregt. „Ich hatte gehofft, sie kommt erst nach dem Umzug auf die Welt“, sagt sie und lächelt etwas hilflos. Doch Jana hatte es eilig. Und so warten Mutter und Tochter und sechs weitere Patientinnen auf die Johanniter-Hilfsgemeinschaft, die sie sicher in die neuen Räume der Geburtsklinik in den Agaplesion Diakonie Kliniken an der Herkulesstraße bringen werden.

So sah es zeitweise in den alten Räumen aus: Für den Umzug mussten zahlreiche Kisten gepackt werden. Große Geräte wurden für den Transport in Folie gewickelt.

„Wir sind froh, dass es nur noch acht Patientinnen sind, die aktuell bei uns liegen“, sagt Pflegedienstdirektorin Cornelia Reissner, die sich im Vorfeld um die gesamte Organisation gekümmert hat. Platz wäre für bis zu 70 Patientinnen. Was ein weit aus höherer logistischer Aufwand gewesen wäre. Denn parallel zum großen Umzug läuft der Betrieb der Klinik natürlich weiter.

Vor der Tür des Krankenzimmers wird gepackt. Schwestern und Ärzte arbeiten Hand in Hand mit den Mitarbeitern der Umzugsfirma DUS. Umzugskartons stapeln sich im gesamten Flur und werden nach und nach im Umzugswagen verstaut. Empfindliche Untersuchungsgeräte werden behutsam in eine dicke Schicht aus Wickel- und Bläschenfolie gehüllt.

An der Herkulesstraße werden sowohl die Patientinnen als auch die vielen Kartons und Arbeitsgeräte von den dort anwesenden Schwestern in Empfang genommen.

Zwischen der routinierten Patientenversorgung werden gemeinsam Kisten ausgepackt. „Jede Kiste ist mit ihrem Bestimmungsort beschriftet“, erklärt Reissner. So geht nichts verloren.

Empfindliche OP-Instrumente seien bereits zuvor gesondert umgezogen. Eine Fachfirma hat sich um diesen sensiblen Transport gekümmert. Die Stimmung auf der neuen Geburtsstation ist gut, alle freuen sich über die neuen Räumlichkeiten, die in kräftigen Farben gestaltet wurden. Gute Voraussetzungen, dass sich bald sowohl Patientinnen als auch die Schwestern hier heimisch fühlen können.

Der Umzug ist geglückt: Seit dem Wochenende ist die Dr. Koch-Geburtsklinik mit den Abteilungen Frauenheilkunde, Geburtshilfe und vorgeburtliche Medizin in das neu gebaute Diakonissen-Krankenhaus im Vorderen Westen integriert. Die Fusion feierten Hebammen, Ärzte und Schwestern gemeinsam mit vielen Gästen.

Besonderer Höhepunkt war die Segnung der fünf neuen Kreißsäle durch die Diakoninnen Michaela Thiel-Mey und Gabriele Blumenstein, Imam Shaban Memeti, Pastoralreferent Michael Bieling und Pfarrer Ekkehard Raum. Dr. Stefanie Schwembauer, Geschäftsführerin der Agaplesion Diakonie Kliniken Kassel, bedankte sich in ihrer Rede für die Energie, die alle Mitwirkenden im Vorfeld in die Neugestaltung der Räume und den Umzug gesteckt hatten.

Babybasar für Eltern

„In die neuen Kreißsäle sind die Erfahrungen der Hebammen geflossen“, sagte Schwembauer. So könne optimal auf die Bedürfnisse der Schwangeren eingegangen werden.

Zur Eröffnung nahm Schwembauer noch ein Gemälde der verantwortlichen Raumgestalterin Christina Schöllhorn in Empfang.

Im Anschluss daran hatten die Gäste die Gelegenheit, die neuen Räume in der Herkulesstraße eingehend zu besichtigen. Auf dem Babybasar konnten die Eltern Kleidung und Spielzeug für ihren Nachwuchs erstehen.

Von Stefanie Lemke

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