Kölner wollen Kassel rocken

Höhner schwärmen vom Zirkusstandort am Auedamm

Reicht noch nicht ganz für die Manege: Henning Krautmacher, Frontmann der Höhner, (rechts) jonglierte gestern Nachmittag mit Allan Satori. Foto:  Koch

Kassel. „Gut, dass wir hier keine Löwen haben“, sagt Thomas Merz, Pressesprecher der Höhner Rockin’ Roncalli Show. Eines der Zirkustiere ist nämlich gerade über den Zaun gesprungen und läuft zwischen den Pressevertretern herum. Zum Glück treten in dem Zirkus auf der Gärtnerplatzwiese nur friedliche Hunde auf.

Und sechs Hühner. Bei diesen Exemplaren handelt es sich aber nicht um gackerndes Federvieh, sondern um sechs gestandene Männer aus Köln. Auf Kölsch heißen Hühner Höhner. Seit mittlerweile über 40 Jahren tritt die Kölner Kapelle auf, die besonders durch ihre Karnevalslieder bekannt geworden ist („Viva Colonia“). Und seit zwölf Jahren gibt es die Zusammenarbeit mit dem Zirkus Roncalli.

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Am Donnerstagnachmittag trudeln die Höhner nach und nach auf dem Zirkusgelände ein. Wahre Frohnaturen haben sich da zum Soundcheck im Zirkuszelt verabredet, in dem 1500 Zuschauer Platz haben. „Wird das Wetter wieder schöner, spielen in Kassel die ...“ – Henning Krautmacher, Frontmann der Höhner, muss diesen Satz nicht beenden. „Ist das traumhaft hier“, schwärmt er über den Standort am Auedamm. „Hier kann man ja wunderbar joggen oder Golf spielen.“

Lauter und heller

Die Musiker freuten sich immer auf die Zusammenarbeit mit den Artisten. Krautmacher schwärmt von dem Können der Weltstars. „Die Poesie von Roncalli bleibt bei der Show bewahrt. Durch den Rock ’n’ Roll der Höhner wird alles aber lauter und auch heller.“ Für das Gastspiel während des Hessentags habe die Band sich „so intensiv wie noch nie in Düren vorbereitet“. „Ich bin gespannt, wie alles wird“, sagt der 56-Jährige.

Kassel kennt er aus jener Zeit, als er noch einem „anständigen Beruf“ nachgegangen sei, erzählt Krautmacher. Vor über 20 Jahren, als der Kaufhof umgebaut wurde, war der gelernte Dekorateur von Köln nach Kassel geschickt worden, um hier das Geschäft einzurichten. „Ich war Schmücker im Konzern“, sagt Krautmacher.

Heute ist er Frontmann, was ihm sichtlich Spaß macht. „Wenn ich morgens aufstehe, freue ich mich, wenn alles wächst und blüht.“ Zum Teil spielen die Höhner alte Songs in der Zirkus-Show, sie müssen eben nur zu den Nummern der Artisten passen. Die Höhner singen zum Beispiel „Sie greift nach den Sternen“, wenn eine Trapezkünstlerin in die Lüfte steigt.

Bei drei Nummern versuchen sich die Musiker auch als Zirkuskünstler. Als Jongleur tauge er aber noch nicht, sagt Krautmacher. „Wenn wir in acht Jahren wiederkommen, dann kann ich das.“

Bilder der Show

Die Höhner Rockin' Roncalli Show

Die Zeit zwischen den Aufführungen will der 56-Jährige natürlich mit dem Besuch der vielen anderen Veranstaltungen des Hessentags nutzen. Und er will sich erstmals aufs Schleuderbrett wagen. Passt zum Namen der Show: „Sternzeiten - Himmel hoch high in et Levve verknallt“.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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