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Kommentar zum Vergewaltigungsprozess gegen Bio-Lehrer: Erwiesene Unschuld?

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Von: Frank Thonicke

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Im Zweifel für den Angeklagten - diese Regel der Juristen ist uralt und galt schon bei den Römern. Sie wird noch heute angewendet, wenn dem Gericht nach Abschluss der Beweisaufnahme Zweifel an der Schuld des Angeklagten bleiben.

Das war jüngst bei Jörg Kachelmann so. Bei Horst Arnold war es vor fast zehn Jahren nicht so. Dabei gab und gibt es keine objektiven Beweise, dass er ein Vergewaltiger ist. Es existieren keine DNA-Spuren, Hinweise auf der Bekleidung des mutmaßlichen Täters und Opfers fehlen.

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Warum wurde Horst Arnold damals trotzdem verurteilt? Vor Gericht stand ein oft aufbrausender Mann, der zudem Alkoholprobleme hatte. Auf der anderen Seite eine Frau, die oft in Tränen ausbrach. Es stand Aussage gegen Aussage. Vor zehn Jahren war man vielleicht noch nicht soweit, dass man auch das Umfeld eines vemeintlichen Ofers ausleuchtete. Vielleicht wäre schon da einiges aus dem Lügengeflecht aufgefallen, das Heidi K. im Laufe der Jahre aufbaute. Von "Heidis Märchenstunden", wie ihre Geschichten im Kollegenkreis hießen, wussten jedenfalls ungezählte Lehrer, Personalräte, Schulleiter und Schulämter in zwei Bundesländern. Niemand unternahm etwas. Die Frau konnte bis zur Vizedirektorin aufsteigen. Sie unterrichtet noch heute als Studienrätin in Bielefeld. Eine Frau, die möglichweise unter Wahnvostellungen leidet, wird weiter auf die Schüler losgelassen. Das ist kein Fehler der Justiz, sondern ein krasses Versagen der Schulbürokratie.

Im Zweifel für den Angeklagten wäre ein Freispruch zweiter oder dritter Klasse. Es scheint, als hätte Horst Arnold die erste Klasse verdient. Frei wegen erwiesener Unschuld. Heidi K. muss sich möglicherweise selbst bald vor Gericht verantworten. Wegen Freiheitsberaubung. Sie hat vielleicht Horst Arnold Jahre seines Lebens gestohlen. Und obendrein Frauen, die den Mut finden, eine wirkliche Vergewaltigung anzuzeigen, einen Bärendiest erwiesen.

Kommentar von Frank Thonicke

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