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Kommentar zum Wunsch von Ismail Yozgat: "Schlecht beraten"

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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HNA-Redakteurin Ulrike Pflüger-Scherb © AP

Kassel. Ismail Yozgat, der Vater des in Kassel von den NSU-Terroristen ermordeten Halit Yozgat, forderte erneut, die Holländische Straße nach seinem Sohn umzubenennen. Ein Kommentar dazu von HNA-Redakteurin Ulrike Pflüger-Scherb.

Für Eltern gibt es keine schlimmere Vorstellung, als dass ihr Kind vor ihnen stirbt. Man kann es sich kaum ausmalen, was in den Eltern von Gewaltopfern vorgeht. Ismail Yozgat fand seinen Sohn in einer Blutlache. Er musste erleben, wie Halit in seinen Armen starb.

Diese tragischen Umstände darf man nicht vergessen, wenn man sich darüber wundert, dass Ismail Yozgat bei jeder Gelegenheit fordert, dass die Holländische Straße nach seinem Sohn umbenannt wird. Ihm reicht es nicht aus, dass in Kassel eine angemessene Lösung realisiert wurde, indem ein Platz und eine Haltestelle nach Halit benannt wurden.

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Die unrealistische Forderung von Yozgat nach einer Straßenumbenennung erzeugt mittlerweile nicht nur Unmut bei Menschen, die ihm eigentlich wohlgesonnen sind. Schlimmer ist, dass sie die Position von jenen stärkt, die meinen, dass sich Ausländer hierzulande ohnehin zu viel herausnehmen.

Ismail Yozgat ist mit seiner Position schlecht beraten. Ihm ist zu wünschen, dass er Menschen findet, die ihn davon überzeugen können.

Schreiben Sie eine Email an die Autorin: use@hna.de

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