Institut dezentrale Energietechnologie vor Aus

Kompetenzzentrum für Erneuerbare Energien: „House of Energy" gegründet

Sitz des neuen House of Energy: Der Science Park an an der Uni Kassel beherbergt ab sofort ein hessenweites Netzwerk, das an der Energiewende mitarbeitet. Fotos: Fischer (2), Archivbild Fischer

Kassel. In Kassel wird mit dem „House of Energy" ein hessenweites Kompetenzzentrum für die Erneuerbaren Energien angesiedelt.

Es hat seinen Sitz im Science Park auf dem Gelände der Uni Kassel.

Mit vier Millionen Euro unterstützen das Land und die Europäische Union das Projekt in den nächsten fünf Jahren.Wie Wirtschafts- und Energieminister Tarkek Al-Wazir (Grüne) bei der Gründung sagte, stellt die Wirtschaft nochmal den gleichen Betrag für die Finanzierung zur Verfügung.

Zum Stammpersonal des „House of Energy“ gehören zunächst zehn Verwaltungsmitarbeiter. Die inhaltliche Arbeit läuft vor allem in dem hessenweiten Netzwerk. In diesem arbeiten Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zusammen.

Organisiert ist das „House of Energie“ als Verein. Zu den Mitgliedern zählen öffentliche Versorger wie die Städtischen Werke, Firmen wie die Viessmann-Werke und Forschungseinrichtungen wie die Uni Kassel und das Fraunhofer-Institut für Winderenergie und Energiesysteme. Der Jahresetat beträgt 640.000 Euro. Einer der Vize-Vorsitzenden des „House of Energy“ ist der ehemalige Uni-Präsident Rolf-Dieter Postlep.

Es gibt aber auch Kritik an der neuen Einrichtung, die Al Wazir als „Thinktank“ (Denkfabrik) der Energiewende bezeichnete. Denn das derzeit noch existierende Institut für Energietechnologie am Kasseler Ständeplatz (IdE) soll im Gegenzug geschlossen werden. Dort sind derzeit etwa 60 Personen, zum Teil projektbezogen, beschäftigt.

Diese sollen ihre laufenden Forschungsprojekte in den nächsten zwei, drei Jahren abarbeiten, dann laufen ihre Verträge aus. Zehn aktuelle Verwaltungskräfte werden in das „House of Energy“ übernommen. Auch bei der Gründungsfeier hatte es am Rand Protest gegen den Wegfall des IdE gegeben.

Postlep verteidigte die neue Einrichtung: „Damit kommen wir einen entscheidenden Schritt voran. Ganz Hessen ist dabei: Wirtschaft und Wissenschaft sind in Kontakt mit der Politik. Wir können die Energiewende nur schaffen, wenn die Wissenschaft nicht nur Grundlagenforschung betreibt, sondern auch anwendungsorientiert arbeitet.“ Al Wazir sagte: „Das IdE hat gute Arbeit geleistet.“ Aber zur Wahrheit gehöre auch, dass es zum allergrößten Teil aus EU-Mitteln finanziert worden sei.

In Hessen gibt es bereits drei ähnliche Kompetenzzentren. Neben dem House of Finance, dem House of Logistics and Mobility und dem House of IT, die alle im Südhessischen ihren Sitz haben, kommt das Kasseler Zentrum hinzu.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.