Blick nach vorn ist ein wenig getrübt

Konjunkturumfrage der IHK: Die Wirtschaft brummt

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Die heimische Industrie hat ordentlich zu tun. Unser Archivfoto zeigt die Produktion von Zugübergangssystemen bei Hübner in Kassel.

Kassel. Die gute Stimmung in der nordhessischen Wirtschaft hält an, allerdings ist der Ausblick auf die nahe Zukunft verhalten optimistisch.

Das ist das Ergebnis der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg, an der 491 Unternehmen teilgenommen haben. Der Geschäftsklima-Index, der die aktuelle Lage und die erwartete Entwicklung abbildet, stieg seit dem Herbst um 2,8 auf 118,1 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit dem Spätsommer 2011.

Demnach beurteilen 41,8 (Herbstumfrage: 40,4) die aktuelle Lage als gut, 48 (50,7) Prozent als befriedigend und 10,2 (8,9) Prozent als schlecht. Anfang 2015 war die Stimmung nicht ganz so gut. Mit Blick nach vorn erwarten 22,3 (17,9) Prozent eine gute, 61,4 (65,3) Prozent eine gleichbleibende und 16,3 (16,8) eine ungünstige Entwicklung. Allerdings fällt die Beurteilung von Branche zu Branche unterschiedlich aus.

Zuversichtliche Industrie

Am zuversichtlichsten ist die in Nordhessen traditionell starke Industrie. 48,6 (44,1) der Befragten sagen, die Lage sei gut, für 40,9 (43,2) Prozent läuft es zufriedenstellend, für 10,5 (12,7) Prozent eher schlecht. 28,2 (16,2) Prozent erwarten in absehbarer Zukunft gute, 60,1 (70,5) gleichbleibende und 11,7 (13,3) eher schlechtere Geschäfte.

Schwächelnder Bau

Dagegen haben sich Stimmung und Erwartungen am Bau verschlechtert. 75 (85,7) Prozent bezeichnen die Lage als gut oder befriedigend, 25 (14,3) sagen, sie sei schlecht. Dieselbe Eintrübung spiegelt sich auch in den Erwartungen wider. Nur noch 25 Prozent erwarten bessere Geschäfte. Im Herbst war es noch die Hälfte der Befragten. Ein Viertel geht von einer negativen Entwicklung aus, im Oktober traf dies auf keinen einzigen Betrieb zu.

Uneinheitlicher Handel 

Die Stimmung im Großhandel ist weitgehend gut, allerdings erwartet gegenüber der Herbstumfrage nur noch die Hälfte eine bessere Entwicklung. Im Einzelhandel haben sich sowohl die aktuelle Stimmung als auch die Erwartungen spürbar verschlechtert.

Boomendes Gastgewerbe

Dagegen präsentiert sich das Gastgewerbe geradezu in Hochstimmung. 90 (81,8) Prozent sagen, die Lage sei gut, und ebenso viele gehen davon aus, dass es so bleibt.

Pessimistische Banken

Dem Kreditgewerbe geht es demnach noch glänzend. Alle Befragten melden ein Gut oder Zufriedenstellend. Aber: Keiner von ihnen erwartet bessere Geschäfte, und die Hälfte geht sogar von einer ungünstigen Entwicklung aus. Ein Grund sind die niedrigen Zinsen, die vor allem regionale Banken treffen, da diese Einnahmequelle noch für 80 Prozent der Gewinne steht.

Gute Stimmung

Investitionsgüterproduzenten, Verkehrsgewerbe und Dienstleister erachten die Lage als gut und erwarten, dass sie so bleibt.

Stabile Beschäftigung

Die Investitionsbereitschaft hat sich geringfügig verschlechtert. Die Beschäftigung ist auf hohem Niveau stabil, wobei sich der Fachkräftemangel gerade im ländlichen Raum verschärft. Die seit Jahren starke Exportwirtschaft sieht sogar eine leichte Aufwärtstendenz. Sorgen bereiten der Wirtschaft vor allem die stockenden Reformen in Südeuropa.

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