60 Probenutzer radeln schon – Start für die Öffentlichkeit im April

Konrad im Test: Noch läuft’s nicht immer rund

Kassel. Konrad zieht die Blicke auf sich. Die 60 Testnutzer, die auf den weiß-grünen Rädern des neuen städtischen Verleihsystems unterwegs sind, werden regelmäßig angesprochen. „Geht’s denn schon los?“ Ja, aber nur für die angemeldeten Probe-Radler.

Die Öffentlichkeit muss sich noch bis Anfang April warten. Der Testbetrieb, der seit Ende Februar läuft, dient dem Aufspüren und Beseitigen von „Kinderkrankheiten“ des von Bundesverkehrsministerium geförderten Modellprojekts.

Konrad im Regiowiki

Im vergangenen Jahr hatten verschiedene organisatorische und technische Probleme dazu geführt, dass der Starttermin ein ums andere Mal verschoben werden musste.

Gut die Hälfte der insgesamt 50 Stationen im Stadtgebiet ist bisher mit Rädern bestückt - in den nächsten Tagen werden es noch mehr. 270 Fahrten hatten die 60 freiwillige Testfahrer bis Mittwoch schon unternommen. Weitere 13 Probenutzer haben sich noch angemeldet und werden in den nächsten Wochen bis zum offiziellen Start ebenfalls mit in die Pedale treten, um zu prüfen, ob und wo es noch hakt bei Konrad. Nach Angaben der Stadt gingen bisher 50 Fehlermeldungen ein. Beim größten Teil davon habe sich das Problem aber im zweiten Anlauf lösen lassen. In vielen Fällen habe es sich zudem um Gewöhnungsprobleme der Radfahrer mit der fremden Technik gehandelt.

Problem bei der Rückgabe

Auch wir waren jetzt für eine Probetour auf Konrad unterwegs. Dabei lief von der Registrierung im Internet bis zur Ausleihe und der eigentlichen Fahrt alles reibungslos. Bei der Rückgabe des Fahrrads zeigte sich Konrad allerdings sehr anhänglich. Beim Anschließen des Fahrrads an der Station am Rathaus bot das System bei unserer Testfahrt nur „Pause“ an – also das Verschließen des Rads, wenn man die Fahrt zwischendurch unterbricht, um etwas zu erledigen. Verschließt man das Rad hingegen an einer der Stationen, müsste die Technik das eigentlich erkennen und das Fahrrad ausbuchen.

Dieses Problem, dass die Rückgabe nicht zuverlässig funktioniere, sei schon mehrfach aufgetreten, sagt Claudia Witte vom Fachgebiet Verkehrsplanung und Verkehrssystem der Uni Kassel, das die Testphase wissenschaftlich begleitet. Wie diese Ausfälle zu begründen seien, müsse überprüft werden. Dafür ist die DB Rent zuständig, die im Auftrag der Stadt den operativen Betrieb des Fahrradverleihsystems abwickelt – also für die Technik sowie die Disposition und Wartung der Räder verantwortlich ist.

Insgesamt läuft der Test nach Einschätzung der Stadt sehr gut. Grundlegende Probleme mit der Software oder der Technik der Räder seien bisher nicht aufgetreten. Die bisherigen Fehlermeldungen seien weitgehend den noch ungewohnten Handgriffen zuzuordnen. Die Ausstattung und der Fahrtkomfort des Rads selbst werde positiv beurteilt. Die Stadt ist zuversichtlich, dass der Starttermin Anfang April diesmal wirklich eingehalten wird.

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Rubriklistenbild: © Koch

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