Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Kassel

Handwerksbetriebe erwarten in diesem Jahr gute oder befriedigende Geschäfte

Dachdecker bei der Arbeit: Weil viele Menschen ihr Geld wegen der weiterhin niedrigen Zinsen lieber in Haus oder Wohnung investieren, haben Handwerker gut zu tun. Foto: dpa

Kassel. Das Handwerk in der Region ist optimistisch, was Aufräge und Umsatz in diesem Jahr angeht. Die große Mehrzahl der Betriebe (87,3 Prozent) erwartet gute oder befriedigende Geschäfte.

Das ergab die aktuelle Konjunkturumfrage der Handwerkskammer (HWK) Kassel. Präsident Heinrich Gringel hat die Ergebnisse am Dienstag in Marburg vorgestellt.

Im Jahr 2015 waren bei der Frühjahrsumfrage der Kammer 82,5 Prozent der Betriebe so zuversichtlich . Mit dem aktuellen Optimismus der Handwerker legte der Geschäftsklimaindex der HWK im Vergleich zum Vorjahr (113 Punkte) deutlich auf 118,4 Punkte zu. Das ist der beste Frühjahrswert seit dem Jahr 1992.

Handwerkskammer-Präsident Heinrich Gringel.

„Die Stimmung im nord-, ost- und mittelhessischen Handwerk bleibt gut“, sagt der Präsident der Handwerkskammer Kassel, Heinrich Gringel. Die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage sei derzeit positiv. Der milde Winter habe die Konjunktur kaum gebremst. „Wegen des anhaltend positiven Konsumklimas und der niedrigen Zinsen erwarten die Betriebe eine Fort-setzung der guten Konjunktur und damit auch weiter steigende Umsätze“, erklärt Gringel.

Fast ein Drittel (31,4 Prozent) der Handwerksbetriebe bewerten ihre aktuelle Geschäftslage mit gut (2015: 30,5 %). 50,9 Prozent der Handwerker sehen ihre Lage als befriedigend an (2015: 48,7 %). Insbesondere die Erwartungen für die kommenden Monate würden Zuversicht verbreiten. Maßgeblichen Anteil an der positiven Entwicklung hätten insbesondere das Ausbaugewerbe, die industriellen Zulieferer sowie die Gesundheitshandwerke. Bäcker und Fleischer konnten laut HWK den positiven Trend der vergangenen Monate nicht ganz fortsetzen.

„Die Stimmung im Handwerk bleibt gut.“ 

Die Ausbauhandwerker profitierten vom ungebrochen guten Privatgeschäft, weil viele Menschen wegen der geringen Zinsen ihr Geld lieber in Haus oder Wohnung investieren. Die gewerblichen Zulieferer profitierten von den hohen Auftragszahlen aus der Industrie. Unzufriedener seien die Befragten im Bauhauptgewerbe, was aber der typischen Winterpause geschuldet sei. Unterdurchschnittlich präsentierten sich die Kraftfahrzeug-Betriebe, doch sei dort der Trend aufwärts gerichtet. Deutlich gedämpfter bleibe die Situation im privaten Dienstleistungsgewerbe, vor allem bei Friseuren. „Hier waren die meisten negativen Stimmen zu hören“, sagt Gringel.

Im Durchschnitt verfügten die befragten Betriebe zwischen Januar und März über ein Auftragsvolumen, das Arbeit für 6,6 Wochen sichert. Über alle befragten Branchen hinweg berichteten 19 Prozent der Betriebsinhaber von gestiegenen und 50 Prozent von gleichgebliebenen Auftragseingängen. Die durchschnittliche Betriebsauslas-tung lag bei guten 75,6 Prozent (2015: 72,7 %). „Knapp jeder vierte Betriebsinhaber sprach sogar von Vollauslastung“, freut sich Gringel.

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