Vorwurf gegen 54-Jährigen aus Landkreis Kassel

Staatsanwaltschaft will Freispruch von Vergewaltigung nicht akzeptieren

Kassel. Der Prozess gegen einen 54 Jahre alten Mann aus dem Kreis Kassel wird möglicherweise neu aufgerollt. Es geht um den Vorwurf der Vergewaltigung.

Der Mann wurde wegen Wohnungseinbruch-Diebstahls in 21 Fällen zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hat gegen das Urteil des Landgerichts Kassel Revision eingelegt.

Das bestätigte auf HNA-Anfrage Dr. Götz Wied, der Sprecher der Anklagebehörde. Hintergrund: Der Beschuldigte war vom Gericht vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden - die HNA berichtete. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft aber ist der Mann für diese Straftat verantwortlich. Staatsanwalt Ruhnau hatte für die Wohnungseinbrüche und die Vergewaltigung eine Gesamtstrafe von zehn Jahren beantragt. Verteidiger Jürgen Ahrens reagierte seinerseits mit einer Revision auf die Revision der Staatsanwaltschaft.

Würde sie zugelassen, wird sich der Bundesgerichtshof (BGH) mit dem Fall befassen. Der würde dann prüfen, ob dem Landgericht bei seiner Entscheidung Rechtsfehler unterlaufen sind. Bis zu einer Entscheidung des BGH ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Das Gericht war dem Antrag des Verteidigers gefolgt, den Mann vom Vorwurf der Vergewaltigung freizusprechen. Es gebe viele Argumente für die Unschuld seines Mandanten, sagte Ahrens.

Der Angeklagte soll am 17. Oktober 2000 in Wuppertal eine damals 52 Jahre alte Frau mit einem Messer bedroht und vergewaltigt haben. Mehrfach hatte der Angeklagte beteuert: „Ich war nie in meinem Leben in Wuppertal.” Dies hatten seine Mutter und die Ehefrau vor Gericht bestätigt.

Unzweifelhaft habe die Vergewaltigung stattgefunden, und im Schrittbereich des Ballettanzuges der Wuppertalerin sei an zwei Stellen eine DNA-Spur des Beschuldigten festgestellt worden, hatte Richter Dreyer in der Urteilsbegründung gesagt. An diesen Spuren gebe es überhaupt keine Zweifel.

DNA allein reicht nicht

Der Bundesgerichtshof aber sage: „DNA allein hilft nicht immer weiter.” Es gebe „gewichtige Argumente”, die für die Entlastung des Beschuldigten sprächen. So habe zum Beispiel das Opfer im Gerichtssaal die Stimme des Angeklagten nicht erkannt, was auch der Verteidiger besonders hervorgehoben hatte.

Es gebe Zweifel an der Schuld des Angeklagten, sagte auch Dreyer zum Fall Wuppertal.

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Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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