Analyse: Mit guten Zahlen könnte K+S die den Rivalen Potash auf Distanz halten

K+S legt Zahlen vor: Stärkung im Abwehrkampf

Das Geschäft läuft gut: Der nordhessische Düngemittelhersteller K+S hat im ersten Halbjahr 2015 deutlich besser verdient als vor Jahresfrist. Das Foto entstand im Werk Werra. Es zeigt Lars Nadenau beim Bohren von Sprenglöchern. Foto: dpa

Kassel. Im Abwehrkampf gegen die Übernahmegelüste seines kanadischen Rivalen Potash hat der Kasseler Kali- und Salzproduzent K+S seine Position mit seiner heute vorgelegten Halbjahresbilanz deutlich gestärkt.

Dass der einzige Dax-Konzern aus dem Rohstofflager gute Halbjahreszahlen vorlegen würde, war zwar allgemein erwartet worden. Aber dass sie am Ende so gut ausfielen, hatten nicht viele Branchenkenner erwartet.

Der Umsatz legte infolge gestiegener Preise und guter Absatzzahlen um 15,7 Prozent auf 2,29 Milliarden Euro zu. Aus Anlegersicht viel wichtiger: Das operative Ergebnis (Ebit), das den Gewinn aus dem Kerngeschäft abbildet und als wichtigste Kenngröße einer Bilanz gilt, kletterte um 31,6 Prozent auf fast 496 Millionen Euro. Unterm Strich blieben in den ersten sechs Monaten 317 Mio. Euro – sogar ein Plus von 42,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit ist K+S auf dem Weg zu alter Ertragskraft. Gründe für die starke Ergebnisentwicklung sind auch der schwache Euro, der für bessere Margen im Dollar-Raum sorgt, sowie das Sparprogramm „Fit für die Zukunft“.

Norbert Steiner

„Wir haben im ersten Halbjahr des laufenden Jahres ein sehr starkes Gesamtergebnis erreicht. Beide großen Geschäftsbereiche haben zu dieser sehr positiven Entwicklung beigetragen“, kommentierte Vorstandschef Norbert Steiner die aktuellen Zahlen.

Die meisten Analysten werten die Bilanz als ein starkes Argument gegen einen Verkauf der Aktien an Potash, weil die Kasseler mit den Zahlen das Potenzial ihres Unternehmen unterstreichen.

Angebot ausgeschlagen

Wie berichtet, bietet Potash 41 Euro je Anteilschein, was K+S wiederholt als unangemessen niedrig zurückgewiesen hat „Wir sind nach wie vor fest davon überzeugt, dass dieser Preis nicht annähernd dem fundamentalen Wert von K+S entspricht“, sagte Finanzchef Burkhard Lohr in einer Videobotschaft. Sollte Potash einen neuen Vorschlag machen, werde K+S diesen prüfen.

Burkhard Lohr

Gleichzeitig haben die Kasseler ihre Ganzjahresprognose konkretisiert. Demnach soll der Umsatz auf 4,35 bis 4,55 Mrd. Euro wachsen – ein Plus von 14 bis 19 Prozent. Das Ebit soll um bis zu 34 Prozent auf 860 Mio. und der Reingewinn um bis 55 Prozent auf 570 Mio. Euro emporschnellen.

555 Millionen Euro hat K+S in den ersten sechs Monaten investiert – 27 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das Geld floss vor allem in den Gewässerschutz im hessisch-thüringischen Kali-Revier sowie ins neue Bergwerk in Kanada, das wie geplant in einem Jahr in Betrieb gehen soll. Dort investieren die Kasseler insgesamt fast drei Mrd. Euro. Das Bergwerk mit dem Namen „Legacy“, (Vermächtnis), soll wegen seiner günstigen Produktionskosten in den nächsten Jahren einen erheblichen Ergebnisbeitrag liefern. Branchenkenner vermuten, dass Potash nur wegen dieses Zukunftsprojekts vor der eigenen Haustür an K+S interessiert ist – allein schon um Mengen zu kontrollieren und die Deutschen vom lukrativen US-Markt fernzuhalten.

Ein K+S-Video zum kanadischen Bergwerk Legacy finden Sie hier.

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