Ahnatal: Pläne zu Gemeindezentrum und Stahlbergbaude liegen auf Eis

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Neues Konzept: Die Sanierung des Vereinsheims Stahlbergbaude in Ahnatal wurde gestoppt. Jetzt wird über einen möglichen Neubau der Stahlbergbaude diskutiert.

Ahnatal. Die Gemeindevertreter haben in ihrer Sitzung die seit Jahren geplante Sanierung des Vereinsheims und der Gaststätte „Stahlbergbaude“ sowie des Gemeindezentrums Heckershausen gestoppt.

Obwohl im Haushalt beträchtliche Summen dafür reserviert sind.

In einem Antrag aller Fraktionen forderte das Gremium den Gemeindevorstand auf, innerhalb eines Jahres die Grundzüge eines Nutzungskonzepts vorzulegen, das beide Gebäude einschließt. Diese Kehrtwende könnte bedeuten, dass am Ende das Gemeindezentrum Heckershausen in seiner jetzigen Form nicht erhalten wird und sogar verkauft werden könnte. Im Gegenzug könnte ein Neubau der Stahlbergbaude zum wichtigsten Standort für Sportler, Vereine und Veranstaltungen aufgewertet werden.

„Wir müssen über den Tellerrand schauen“, sagte CDU-Fraktionschef Rüdiger Reedwisch, der den gemeinsamen Antrag begründete. Die Gemeinde habe viele 100 000 Euro für die Sanierung der beiden Objekte eingeplant, während sie andererseits immer noch ein Haushaltsdefizit von 200 000 Euro habe, das bis nächstes Jahr abgebaut werden müsse. Dabei sei nicht klar, ob die bisher geplante Sanierung der Stahlbergbaude auf lange Sicht gesehen die beste Lösung sei. Mit dem Prüfauftrag bereite man „den Weg Ahnatals nach 2030“ vor, sagte SPD-Fraktionschef Thomas Dittrich-Mohrmann.

Der Beschluss der Gemeindevertretung enthält eine Reihe von Ideen, die unter anderem die Möglichkeit eines Teilverkaufs des Gemeindezentrums vorsehen mit dem Ziel, dort eine Wohnbebauung zu ermöglichen. Kita, Dienstleistungszentrum, die Bücherei und der Schützenverein sollen aber dort bleiben. Am Standort der Stahlbergbaude könnten dann eine moderne Gaststätte, ein Sportleistungszentrum und Versammlungsräume gebaut werden. Auch die Errichtung eines Pensions- oder Hotelbetriebs bringt die Gemeindevertretung ins Spiel. Der Gemeindevorstand soll außerdem Vorschläge zur Finanzierung machen und nach Fördermöglichkeiten suchen.

Die Sanierung des 1970 errichteten Gemeindezentrums ist seit Jahren in der Diskussion. Die Gemeinde hat auch schon viel Geld in das Objekt gesteckt. Zuletzt wurde 2012 das Dach erneuert. Die vollständige Sanierung würde aber schätzungsweise mindestens vier Millionen Euro kosten. Mit einem Förderantrag für das Projekt war Ahnatal zuletzt leer ausgegangen.

Der FTSV Heckershausen, Betreiber der Stahlbergbaude, hatte vorgehabt, im Sommer mit der Sanierung zu beginnen. Der Verein hatte darauf hingewiesen, dass ein Neubau des über 60 Jahre alten Gebäudes etwa doppelt so teuer würde. „Kein Kommentar“, sagte FTSV-Vorsitzender Bernd Klenke auf die Frage der HNA nach seiner Meinung zu dem Beschluss der Gemeindevertretung.

Von Peter Dilling

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