Ahnataler Geert Platner startet Hilferuf für Idomeni

Warten im Dreck: Mehr als 10 000 Flüchtlinge aus Syrien leben aktuell im Flüchtlingscamp Idomeni in der nordgriechischen Region Zentralmakedonien und hoffen darauf, dass sich die Grenze zu Mazedonien öffnet. Das Foto entstand am 19 . März. Foto: dpa

Ahnatal / Idomeni. Fünf Monate ist es her, dass Geert Platner aus Ahnatal über die HNA einen Hilferuf aussandte, um Menschen im krisengeschüttelten Griechenland zu helfen.

Damals konzentrierte er sich auf eine Gesundheitsstation mit nur drei Ärzten in dem abgelegenen Ort Argalasti auf der Halbinsel Pilion.

„Der Hilferuf in der HNA hat ungeahnte Hilfsbereitschaft ausgelöst“, sagt Platner. Zahlreiche Rollstühle, Rollatoren, Bestrahlungsgeräte sowie diverse medizinische Hilfsmittel seien zusammengekommen, um damit vielen Menschen auf dem Pilion helfen zu können. „Zudem spendeten HNA-Leser 1550 Euro, die wir für den Kauf dringend benötigter Medikamente eingesetzt haben“, sagt Platner. Der HNA-Artikel vom 2. November 2015 habe solch eine positive Auswirkung gehabt, „wie ich sie in den 43 Jahren der Zusammenarbeit mit der HNA noch nicht erlebt habe“.

Doch Platners Einsatz für Menschen in Not reißt nicht ab. Inzwischen ist er auch in Sachen Idomeni unterwegs. Idomeni ist ein Dorf der Gemeinde Peonia in der nordgriechischen Region Zentralmakedonien. Aktuell sitzen dort mehr als 10 000 Flüchtlinge fest und hoffen, dass sich die Grenze zu Mazedonien öffnet. In den vergangenen zwei Wochen hat es dort starke Regenfälle gegeben, das ganz Camp versinkt im Schlamm.

„Idomeni ist eine Katastrophe“, sagt Platner. Längst hat er zu Dorothee Vakalis, einer Deutschen, die viele Jahre Pfarrerin in Griechenland war, Kontakt aufgenommen. Aktuell arbeitet Vakalis für die Evangelische Kirche Deutscher Sprache in Thessaloniki, und setzt sich von dort aus schon seit Monaten für Flüchtlinge in Nordgriechenland ein - auch für die in Idomeni.

„Die Auffanglager genügen einfach nicht“, schreibt sie an Platner, „weder für die Aufnahme noch für die Versorgung.“ Dass dort Kinder sterben, sei nichts Ungewöhnliches - allein wegen der Kälte und der dort grassierenden Krankheiten. „Viele Menschen haben keine Tickets, um in die Krankenhäuser zu fahren.“ Inzwischen seien auch viele Freiwillige am Ende ihrer Kraft angelangt - angesichts der Not. „Es ist ein Irrsinn zu glauben, dass das arme Griechenland die Aufgabe allein stemmen kann“, sagt Vakalis.

Platner will nun das Engagement von Dorothee Vakalis unterstützen. Aktuell baue sie vor Ort in Idomeni eine Küche für die Flüchtlinge auf. „Jedoch wäre ein Versand von Sachspenden jetzt zu umständlich“, sagt Platner. Nur Geldspenden könnten aktuell direkte und schnelle Hilfe leisten. Geldspenden könnten auf sein Konto überwiesen werden, die er dann an Dorothee Vakalis weiterleiten werde. „Das ist die schnellste und wirkungsvollste Methode“, sagt Platner. „Für die seriöse Abwicklung garantiere ich mit meinem guten Namen.“

Hilfsangebote an Geert Platner

Wer helfen möchte, kann sich mit Geert Platner, der sich derzeit in Griechenland aufhält, telefonisch in Verbindung setzen: Tel. 0157 / 77 03 79 33

Platner bittet um kurze Nachricht, wenn ein Spendenbetrag auf das Konto DE 7152 0652 2000 0183 1950 eingezahlt wurde (Kontoinhaber Geert Platner, Stichwort „Küche für Idomeni“).

Geert Platner, 69 Jahre alt, seit 2013 Träger des Bundesverdienstkreuzes erster Klasse, engagiert sich seit 40 Jahren für Projekte und Initiativen zu den Themen Nationalsozialismus und Umwelt. In seiner Zeit als Lehrer veröffentlichte er zahlreiche aufklärerische Bücher über den Nationalsozialismus. Längst zählen auch Hilfsinitiativen zu seinem Engagement.

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