Blaue Regale in Ahnatal: Aktion gibt es schon seit fast fünf Jahren

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Haben Spaß an ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit: Beate Geyer, Johanna Eschenberg, Ilse Bürger, Hannelore Klapp und Wilma Eckhardt (von links) sind einige der vielen Helfer, die sich um die Blauen Regale kümmern. 

Ahnatal. Die Aktion „Gib und nimm" gibt es an fünf Standorten rund um Ahnatal. Gut erhaltene Alltagsgegenstände wie Spielsachen, Haushaltswaren und Bücher können in Blauen Regalen abgegeben und mitgenommen werden.

Jedes Mal aufs Neue ist es für die Helfer und Pfleger der Blauen Regale der Aktion „Gib und nimm“ eine Überraschung, welche neuen Gegenstände sich im Regal finden lassen. Seit fast fünf Jahren gibt es die gemeinnützige Aktion „Gib und nimm“ in und rund um Ahnatal an fünf Standorten.

Gut erhaltene Alltagsgegenstände wie Spielsachen, Haushaltswaren und Bücher können in den Blauen Regalen abgegeben oder eben mitgenommen werden. Wenn jemand etwas gebrauchen kann, kann er es sich nehmen, ganz ohne Geld oder Tausch.

Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft

Gut erkennbar sind die Aktions-Regale an ihrer blauen Farbe und dem Logo. Gestartet wurde das Projekt von den Ahnataler Kirchengemeinden für einen guten Zweck: Menschen, die sich die Gegenstände nicht leisten können, sollte durch die Blauen Regale auf eine ungezwungene Art und Weise geholfen werden. Auch gegen die Wegwerfgesellschaft wollten die Verantwortlichen ein Zeichen setzten.

„Am besten beschreibt der Song Leichtes Gepäck von Silbermond unsere Aktion“, sagt Pfarrerin Ute Dilger. Man fühlt sich besser, wenn man nicht mehr so viel zu Hause stehen hat, was man nicht mehr braucht, aber zu schade ist, um es wegzuschmeißen. Wenn sich dann jemand anderes darüber freut, ist das obendrein noch ein gutes Gefühl, jemandem etwas Schönes getan zu haben.

Wichtig war es für die Verantwortlichen, die Regale auch an halb öffentlichen Plätzen zu positionieren. Damit sind die Standorte nicht nur kirchlich gebunden und somit auch für Nicht-Kirchengänger gut erreichbar und nutzbar. „Gib und nimm soll ein Projekt für ganz Ahnatal sein“, betonen die Helfer.

Auch mal Müll im Regal 

Sie treffen sich alle zwei Monate, um sich auszutauschen oder Probleme zu besprechen. Die Zuständigkeit für die Regale haben sich die ehrenamtlichen Helfer untereinander aufgeteilt. Sie kümmern sich um die Regale, indem sie für Ordnung und Sauberkeit sorgen, Gegenstände in anderen Regalen platzieren, wo sie besser angenommen werden, nicht brauchbare Gegenstände oder Müll entfernen und auch mal Staub wischen. Unter Umständen könne es auch mal vorkommen, dass man dreckige Gummistiefel im Blauen Regal vorfindet. Die müsse man dann erst mal sauber machen.

Während der knapp fünf Jahre gab es immer mal wieder Höhen und Tiefen. Auch Zweifel kamen auf, wenn sehr viel Müll oder nicht brauchbare Sachen in den Regalen lagen, die die Helfer wegschmeißen mussten. „Die guten Sachen bekommen wir leider nur sehr selten mit, da sie schnell wieder weg sind. Was aber auch gut ist, denn so soll es ja eigentlich sein“, berichtet Ute Dilger. Die Verantwortlichen sehen in allem aber auch immer etwas Positives, selbst wenn es mal nicht so gut läuft oder der Frust über die vielen untauglichen Gegenstände in den Regalen droht, die Überhand zu gewinnen. „Wir sind stolz auf unser Projekt.“ Positive Rückmeldungen erhält das Team auch von den Gebern und Nehmern.

Von Anna-Lena Vollmann

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