Einziger Weinberg Ahnatals hat neue Pächter

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Ein sonniges Plätzchen: Vor fast 30 Jahren wurden die ersten Rebstöcke in Ahnatal gepflanzt. Nun hat die Gemeinde den Weinberg, der am Kammerberg westlich der Wohnbebauung liegt, neu verpachtet.

Ahnatal. Mit 660 Weinstöcken fing es an. Die pflanzte der Ahnataler Horst Kramer vor fast 30 Jahren auf ein Hanggrundstück am Kammerberg und legte damit den ersten und einzigen Ahnataler Weinberg an.

Bis zu seinem Tod im Jahr 2014 hegte und pflegte der bekannte Hobbywinzer seine Rebstöcke. Nun werden andere seine Arbeit fortsetzen. Die Gemeinde Ahnatal hat den Weinberg neu verpachtet. Den Zuschlag erhielt eine Pächtergemeinschaft aus zwei Ahnataler und einer Vellmarer Familie. „Sie wollen das im Sinne von Herrn Kramer auf privater Ebene weiterführen“, sagt Bürgermeister Michael Aufenanger.

Ende des vergangenen Jahres hatte die Kommune die Neuverpachtung ausgeschrieben, bis zum 22. Januar konnten sich Interessenten bewerben. Überraschenderweise meldeten sich aber nicht nur mehrere mögliche neue Pächter im Rathaus, sondern auch das Regierungspräsidium Darmstadt. Das hatte durch die Ausschreibung von dem Ahnataler Weinberg erfahren und machte die Gemeinde darauf aufmerksam, dass eine gewerbliche Nutzung des Weinbergs vom Regierungspräsidium genehmigt werden muss. Tatsächlich hatte auch ein Bewerber ein Angebot für eine gewerbliche Nutzung abgegeben. „Das wäre dann deutlich komplizierter gewesen, obwohl es vielleicht auch schön gewesen wäre, eine Ahnataler Weinmarke zu etablieren“, erklärt Aufenanger.

Die private Nutzung, so wie sie jetzt geplant ist, sei hingegen kein Problem. Wichtig sei der Kommune gewesen, dass das vorgelegte Konzept einen zuverlässigen Eindruck macht. „Wir sind froh, dass die Tradition weitergeführt wird und wir gute Pächter gefunden haben“, sagt der Rathauschef. Über die Höhe der Pacht macht die Gemeinde keine Angaben, sie liege aber höher als das in der Ausschreibung genannte Mindestgebot von 250 Euro pro Jahr. Die verpachtete Fläche umfasst eine Gesamtgröße von etwa 37 000 Quadratmeter, wovon allerdings nur etwa 1000 Quadratmeter als Weinberg angelegt sind.

Die Fläche darf auch nur zum Weinanbau bewirtschaftet werden. Die Ausbeute des Weinbergs betrug zu Kramers Zeiten pro Jahr etwa 1000 Liter trockene und halbtrockene Weine, in guten Jahren auch mal 1500 Liter.

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