Gehölz von Lärmschutzwall entfernt

Gemeinde Ahnatal wirft Baufirma rechtswidrige Abholzung vor 

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Großes Bauprojekt: Über dem ersten Hauskomplex hängt bereits der Richtkranz. Rechts im Hintergrund ist der dicht bewachsene Lärmschschutzwall erkennbar. Angeblich soll der Bauträger dort unbefugt Gehölze entfernt haben.

Ahnatal. Die Gemeinde Ahnatal wirft einer ortsansässigen Baufirma vor, auf einem Lärmschutzwall Büsche rechtswidrig abgeholzt zu haben.

Ahnatal. Die Gemeinde Ahnatal wirft der ortsansässigen Firma Heimdall Gehrenstück vor, bei den Erdarbeiten für den Bau von seniorengerechten, barrierefreien Wohnungen auf dem ehemaligen Grundstück des Weißen Kreuz in Heckershausen entgegen den Vorschriften des dort geltenden Bebauungsplans Gehölze auf der Innenseite des Lärmschutzwalls an der Rasenallee entfernt zu haben. Das Ahnataler Rathaus hat die Bauaufsicht des Landkreises eingeschaltet. Diese ermittelt. Ein Bußgeld steht im Raum. Die Firma wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe. „Das stimmt nicht“, sagt Matthias Zimmermann, Geschäftsführer der Firma, die bis nächstes Frühjahr vier Häuser mit jeweils bis zu elf Wohnungen errichten will. Sein Unternehmen werde das Biotop sogar aufwerten.

Bürgermeister Michael Aufenanger (CDU) hatte auf eine Anfrage der Grünen im Ahnataler Gemeindeparlament kürzlich bestätigt, dass die Kommune zusammen mit der Bauaufsicht des Landkreises Kassel wegen der Missachtung von Vorgaben des Bebauungsplans an die Bauherren „herangetreten“ sei. Welche Maßnahmen im Rahmen der Einleitung eines Ordnungswidrigkeitsverfahrens ergriffen würden, obliege der Bauaufsichtsbehörde des Landkreises Kassel. Harald Kühlborn, Pressesprecher des Landkreises bestätigt auf Anfrage, es gebe tatsächlich einen Vorgang bei der Bauaufsicht, das sei wohl mit der Gemeinde so abgestimmt. Der Sachbearbeiter sei derzeit im Urlaub. Über mögliche Sanktionen müsse aber Ahnatal selbst entscheiden, denn die Kommune habe ja den Bebauungsplan aufgestellt.

Heimdall Gehrenstück sieht sich zu Unrecht ins Visier der Ermittler genommen. Man habe nicht gegen Bestimmungen des Bebauungsplans verstoßen, sagte Geschäftsführer Zimmermann auf Anfrage der HNA. Man habe lediglich die Innenseite des Walls „bereinigt“ und dort Erdaushub deponiert. Der Wall solle insgesamt noch erhöht und zusätzlich bepflanzt werden. Beim Entfernen von Büschen habe sich die Firma an die gesetzlichen Fristen gehalten. Ein Mitarbeiter der Kreisbauaufsicht habe sich alles angeschaut und für in Ordnung befunden. Sein Partner habe den Bürgermeister eingeladen, vor Ort zu besichtigen, dass an den Vorwürfen nichts dran sei. Aufenanger sei aber nicht gekommen. Heute will Zimmermann nach eigenen Angaben einer Abordnung der Ahnataler Grünen auf der Baustelle zeigen, dass alles ordnungsgemäß abläuft.

Die Firma wird allerdings möglicherweise demnächst noch Post von einer weiteren Behörde erhalten: Laut Kreispressesprecher Kühlborn wird die Untere Naturschutzbehörde nun von Amts wegen prüfen, ob auf dem Areal neben dem Weißen Kreuz wertvolle Gehölze entfernt wurden, die beispielsweise für das Brüten von Vögeln wichtig waren. Der Wall sei seinerzeit als naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme entstanden.

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