Gemeindezentrum: Ahnatal geht bei Förderprogramm leer aus

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Sorgt weiter für Diskussionsstoff: Die Sanierung des Gemeindezentrums Heckershausen wird eines der wichtigsten Themen des neugewählten Gemeindeparlaments sein.

Ahnatal. Das Gemeindezentrum Heckershausen für interkulturelle Begegnungen umbauen und renovieren, mit ganz viel Geld vom Bund. Das ist ein Traum, der wohl nun geplatzt ist.

Die Gemeinde Ahnatal gehört nicht zu den 56 glücklichen Kommunen, die aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm der Bundesregierung großzügig gefördert werden. Das geht aus einer Pressemitteilung des Bundesbauministeriums hervor. Eine offizielle Absage, geschweige denn eine Begründung, habe er aber noch nicht erhalten, sagte Bürgermeister Manfred Aufenanger (CDU) auf Anfrage.

Alle Fraktionschefs im Ahnataler Kommunalparlament äußerten sich enttäuscht, aber auch nicht sehr überrascht über die Nachricht. Fast 1000 Projekte waren bundesweit für das Programm angemeldet worden, nur 56 erhielten den Zuschlag. Ahnatal hatte sich letzten Herbst erst in letzter Minute mit dem Konzept des Begegnungszentrums beworben.

Die Sanierung des 1970 errichteten Gebäudekomplexes ist seit vielen Jahren in der Diskussion. Doch wurde aus Geldmangel nur scheibchenweise etwas am Gemeindezentrum gemacht, zuletzt wurde 2012 unter anderem das Dach saniert, die Eingangsfassade energiesparend erneuert, ebenso eine neue Treppe errichtet. Eine vollständige Sanierung könnte nach Schätzungen zwischen vier und 6,8 Millionen Euro kosten.

650.000 Euro reserviert

Wahrscheinlich wird sich nun dieses Jahr baulich am Gemeindezentrum gar nichts tun, obwohl nach Auskunft von Bürgermeister Aufenanger im Haushalt rund 650.000 Euro reserviert sind. Die Verwaltung sei dabei, Varianten zu erarbeiten, die dann der neuen Gemeindevertretung zur Beratung vorgelegt würden. Auch werde man nach anderen Fördertöpfen Ausschau halten. Aufenanger selbst favorisiert eine Komplettsanierung ohne Etappen. Andernfalls drohten höhere Kosten.

Konkrete Ideen, wie Ahnatal die fehlenden Millionen auftreiben könnte, hat noch keine Fraktion. Zur Not müsse man mit der schrittweisen Sanierung weitermachen, sagt Rüdiger Reedwisch von der CDU. Die Umwidmung von Geld werde schwierig, weil es bei den anderen Projekten auch um dringend notwendige Dinge gehe. Die Gemeinde müsse eine umfassende Prioritätenliste für die vernachlässigte Infrastruktur erstellen, sagt SPD-Fraktionschef Thomas Dittrich-Mohrmann.

Und Grünen-Ko-Vorsitzender, Dr. Volker Olbrich, bringt die Idee ins Spiel, den Kern des Gemeindezentrums in die ebenfalls zur Sanierung anstehende Stahlbergbaude zu integrieren. Da gebe es möglicherweise besser Förderchancen. Das seien aber nur „Gedankenspiele“. Der fraktionslose Achim Heuser von der LWG fordert zunächst ein tragfähiges Nutzungskonzept, damit die Folgekosten möglichst gering gehalten werden.

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