Rainer Pfeffermann ist aus SPD ausgetreten und kandidiert für die Grünen 

Große Ambitionen: Beim Bundestagswahlkampf im Jahr 2009 warb Rainer Pfeffermann mit dem Wahlslogan „Rainer kommt!“. Unser Bild zeigt eines der Plakate an der Eugen-Richter-Straße in Kassel. Archivfoto: Herzog / dpa

Ahnatal/Edertal. Der frühere Ahnataler SPD-Politiker Rainer Pfeffermann hat die Fronten gewechselt. Der 49-Jährige hat seinen Genossen den Rücken gekehrt und tritt nun bei der Kommunalwahl am 6. März für die Grünen in Waldeck-Frankenberg an.

Der ehemalige SPD-Bundestagskandidat Rainer Pfeffermann ist vielen ein Begriff, seit der Ahnataler Kommunalpolitiker es im September 2005 gewagt hatte, den damaligen Finanzminister Hans Eichel (SPD) herauszufordern. Der Ahnataler Gemeindevertreter strebte eine politische Karriere an, scheiterte aber mehrfach:

Der erste Versuch

Der ehemalige Oberbürgermeister der Stadt Kassel, Hans Eichel, bewarb sich 2005 um ein Direktmandat für den Bundestag in seinem Heimat-Wahlkreis 169. Grund: Seine Chancen, auch weiterhin das Amt des Bundesfinanzministers zu bekleiden, lagen denkbar schlecht. Pfeffermann startete eine Offensive, trat in zerbeulten Jeans auf, forderte offen einen Generationenwechsel und warb für Vertreter im Bundestag, die Arbeiter sind und Golf fahren.

Der Zweite Versuch

Rainer Pfeffermann

Vier Jahre später rückte er wieder in den Fokus der Öffentlichkeit: Dem damals 43-Jährigen wurde vorgeworfen, einer Parteikollegin, die einst seine Wahlkampfleiterin und Geliebte war, nach einem Streit im April 2009 in die Hose gefasst zu haben. Er wurde aber im Frühjahr 2011 vor dem Landgericht Kassel freigesprochen. Seine Kandidatur für den Einzug in den Bundestag hatte Pfeffermann im Juli 2009 zurückgezogen, nachdem die Vorwürfe laut geworden waren.

Stattdessen zog Parteigenossin Ulrike Gottschalck für die SPD im Wahlkreis 169 in das Parlament ein. In einer in Rekordzeit einberufenen Wahlkreis-Delegiertenkonferenz wurde die damalige Landtagsabgeordnete aus Niestetal zur neuen Kandidatin gewählt. Timon Gremmels rückte für die SPD in den Hessischen Landtag nach.

Der Dritte Versuch

Heute lebt der Kommunalpolitiker und VW-Mitarbeiter in Affoldern (Edertal), wo er bis Anfang Oktober des vergangenen Jahres im SPD-Ortsverein aktiv war und auch den Vorsitz bekleidete. Bei der Kandidatenaufstellung für die Kommunalwahl am 6. März wurde Pfeffermann nach Angaben des SPD-Fraktionsvorsitzenden Karl-Heinrich Neuschäfer „nur auf Listenplatz 15“ gewählt. Er habe zwar um einen besseren Platz gekämpft, sei aber bei internen Abstimmungen immer wieder gescheitert. „Am 4. Oktober gab Pfeffermann schriftlich seinen Parteiaustritt bekannt und behauptete, ich hätte ihn zu diesem Schritt genötigt“, sagt Neuschäfer.

Nun will es Pfeffermann noch einmal versuchen und tritt für die Grünen in Waldeck-Frankenberg an. Auf der Liste für den Kreistag bekleidet er Platz 15. Deutlich besser stehen seine Chancen auf einen Sitz im Edertaler Gemeindeparlament.

Dort steht Pfeffermann auf Platz eins des 2013 gegründeten Ortsverbands.

Bedingt durch die negativen Erlebnisse in der Vergangenheit im Landkreis Kassel wollte Pfeffermann seine Kandidatur für die Grünen nicht kommentieren.

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