Kaffee-Unternehmer Albert Darboven kaufte Nachbau 

Ahnataler mit Weltrekord: Brandenburger Tor mit Hufeisen nachgebaut

In luftiger Höhe: Carsten Schultze (links) auf dem Tor.

Ahnatal/Hannover. Ein Nachbau des Brandenburger Tors: Über acht Meter hoch, mehr als neun Meter breit, drei Meter tief und 4,5 Tonnen schwer ist die Nachbildung des Berliner Wahrzeichens.

Auf der Messe Pferd und Jagd in Hannover haben 45 Hufschmiede aus Deutschland, Holland und England unter der Regie von „Nordhuf“ das Brandenburger Tor nachgebaut. Unter ihnen auch Carsten Schultze aus Ahnatal. Gemeinsam haben die Hufschmiede rund 11.000 Hufeisen zusammengeschweißt.

Nachdem „Nordhuf“ bereits den Hamburger Michel aus 2900 Hufeisen geschmiedet hatte, gelang es der Gruppe nun, einen Weltrekord aufzustellen. Die Aktion „Brandenburger Tor“ hatte Nordhuf unter der Leitung von Jochen Lahmann, Hufschmied aus Hannover, ins Leben gerufen. „Das Ziel war, eine große Gruppe Hufschmiede und Helfer an der Aktion zu beteiligen, die gemeinsam dieses wahnsinnige Projekt für den guten Zweck zum Erfolg bringen sollten“, erzählt Schultze.

von Nordhuf und Equine Hoof Equipe haben auf dem Messegelände in Hannover Hufeisen an Hufeisen gesetzt, geschmiedet und zusammengeschweißt. Fotos:  privat/nh

„Wir konnten damit aufzeigen, was wir Hufschmiede alles erreichen und schaffen können, wenn wir zusammenhalten. Es war eine grandiose Erfahrung“, berichtet Schultze. Mit dabei war auch seine Lebensgefährtin Julia Hoffmann, Tierärztin, spezialisiert auf ganzheitliche Pferdemedizin, Osteopathie und Akupunktur, die die Aufgabe hatte, die verbauten Hufeisen für den Guinness-Weltrekord einzeln nachzuzählen. Ebenfalls beteiligt an dem Weltrekord war die Hufschmiedin Maja Weigand aus Niederelsungen.

„Als die stählerne Viktoria ihren Platz auf der Quadriga einnahm, das war ein so emotionaler Moment, dass bei mir und vielen anderen Kollegen die ein oder andere Träne vergossen wurde“, sagt Schultze.

Der Weltrekord sei noch vor Ort notariell beglaubigt worden und soll jetzt ins Guinnessbuch der Rekorde eingetragen werden. Das Tor wurde für 25.000 Euro verkauft und an den neuen Besitzer, den Hamburger Kaffee-Unternehmer Albert Darboven, geliefert. Das Kunstwerk soll künftig auf Darbovens Gestüt in Hamburg stehen. Mit dem Erlös und weiteren Spenden konnten die Hufschmiede 39.000 Euro sammeln, die kinderunterstützenden Organisationen wie beispielsweise Ein Herz für Kinder, der Kinderkrebshilfe und anderen zugutekommen.

Jeder beteiligte Hufschmied habe dazu kleine Spendenurkunden erhalten, die an die eigene Kundschaft zum Preis von 10 Euro verkauft wurden. „Um für meine Kunden den Erwerb dieser Urkunden attraktiver zu gestalten, habe ich daraus ein Gewinnspiel gemacht und einen kostenlosen Termin verlost. Gewonnen hat Alessia Meier aus Fritzlar mit ihrem Pferd Lasse.“

HINTERGRUND

Die Gemeinschaft Nordhuf 

Die Hufschmiedgemeinschaft Nordhuf hat sich vor einigen Jahren aus der Idee heraus gegründet, einen Schmiede-Stammtisch ins Leben zu rufen. Nordhuf ist kein eingetragener Verein oder eine andere offizielle Organisation. „Wir wollen uns die Unabhängigkeit bewahren, aber trotzdem mit anderen Organisationen zusammenarbeiten“, heißt es auf der Internetseite der Gemeinschaft. (alh)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.